Das Tor zur Hölle

Die Legende sagt, bei einer Tiefenbohrung in Sibirien in der Nähe von Murmansk, auf der Halbinsel Kola, die zum Ziel hatte, die lithosphärischen Platten zu Überwachen, deren Bewegungen zu Erdbeben führen, soll es zu wahrlich haarsträubenden Ereignissen gekommen sein.

Die Wissenschaftler behaupteten, sie hätten die Hölle entdeckt. Sie nahmen Stimmen wahr, die sich anhörten, als wären es die Schreie der Verdammten im Fegefeuer.

Diese Nachricht wurde zuerst von der christlichen finnischen Zeitung „Ammenusastia“ veröffentlicht:

Der sowjetische Wissenschafter Dr. Dimitri Azzacov hat berichtet, dass ein schreckliches, Wesen aus dem Bohrrohr entschwunden sei, bevor die (an den Rohren befestigten) Mikrophone die Schmerzensschreie der Verdammten aufgezeichnet hätten. „Als Kommunist glaube ich weder an den Himmel noch an die Bibel, aber als Wissenschafter glaube ich jetzt an die Hölle“ sagt Dr. Azzacov. „Es ist klar, dass wir über eine solche Entdeckung schockiert waren. Aber wir wissen, was wir gesehen und gehört haben. Und wir sind absolut sicher, dass wir das Gewölbe der Hölle erreicht haben.“

Und Azzacov bezeugt: „Bei 15 Km Tiefe angelangt, begann die Bohrsäule im Freien zu drehen und der Bohrmeißel war in einem großen Hohlraum angekommen. Die Messinstrumente zeigten einen sofortigen Anstieg der Temperatur auf 1093° C Grad an. (Das geothermische Grad ist 1 Grad pro 33 Meter; auf 15 Km hätte die Temperatur 454° C Grad sein sollen). Als wir die Bohrsäule wieder montierten, trauten wir unseren Augen nicht: Eine Kreatur mit Fangzähnen und enormen schauerlichen, teuflischen Augen erschien in einer Gaswolke und hat vor dem Verschwinden wie ein wildes Tier geschrien.“

Einige Arbeiter und Ingenieure flüchteten, aber jene, die blieben, wollten mehr erfahren.

„Wir ließen an das Ende des Rohres ein eigens für Tiefenbohrmessungen angefertigtes Mikrophon hinab (bestimmt für das Aufzeichnen des Lärms der sich verschiebenden lithosphärischen Platten). Aber anstelle dieser Geräusche vernahmen wir eine menschliche Stimme, die vor Schmerzen auf durchdringende Art schrie. Zuerst glaubten wir an einen Defekt unserer Ausrüstung. Wir haben danach nochmals alles überprüft und Feineinstellungen für das Mikrophon vorgenommen und es erneut montiert und wieder hinabgelassen. Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden bestätigt: Es handelte sich nicht um die Schreie eines einzelnen Menschen, es waren die durchdringenden Schmerzens- und Verzweiflungsschreie von Millionen von Menschen. Zum Glück setzten wir das Aufzeichnungsgerät in Gang und sind jetzt im Besitz dieser Schmerzens- und Verzweiflungsschreie auf einem Tonband. Wir haben nach diesem übernatürlichen Vorfall die Bohrung beendet und das Bohrloch verschlossen.

Es ist gewiss, dass wir etwas entdeckt haben, das unser Begreifen übersteigt.“

Diese Legende ist immer noch sehr beliebt bei christlichen und muslimischen Gruppen weil es „beweist“ die Hölle (und demzufolge Gott) existiert. Beliebter Abschluss der Geschichte ist, dass die Wissenschaftler schreiend davon liefen, oder dass seit der Entdeckung Bekehrungen zum Christentum mit beispielloser Geschwindigkeit auftreten.

Was wir hier haben ist eine spannende Geschichte, ausgegliedert aus einem tatsächlichen Ereignis. 1984 erschien ein Artikel über eine experimentelle Bohrung auf der Kola-Halbinsel im „Scientific American“. Die Bohrung reichte 12 km in den Boden, wo Wissenschaftler seltene Felsformationen, Ströme von Gas und Wasser entdeckten, und Temperaturen bis 180° C. (Das sind 180°, Leute, nicht die 2000° die in der Regel in jedem „Wissenschaftler entdecken Hölle!“ Estrich berichtet werden. Es war heiß, aber es war nicht so höllisch.)

Obwohl es nicht genau ermittelt werden kann, wann die Geschichte über eine Bohrung in Russland in eine Geschichte über Wissenschaftler die in die Hölle brechen verändert wurde oder wer dafür verantwortlich ist, wissen wir, dass 1989 Trinity Broadcasting Network (TBN) eine „Wissenschaftler entdecken Hölle“-Geschichte ausgestrahlt und das Ereignis, als auf der Kola-Halbinsel passiert, darstellten.

Ein norwegischer Lehrer der Kalifornien besuchte, hörte dieses im Rundfunk und nahm die Geschichte mit nach Norwegen. Er schickte es, in Form eines Leserbriefes zu einer christlichen Zeitschrift in Finnland. Von dort kehrte es in die USA zurück und erreichte sowohl TBN als auch andere Evangelikale, die behaupteten, sie hätten es dann aus einer angesehenen finnischen wissenschaftlichen Zeitschrift bekommen.

Quelle:
Background on the Drilling to Hell story
Investigation into the Sound of Hell

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