Scientology – The Truth Rundown [Part 1]

Hochrangige Aussteiger geben einen noch nie da gewesenen Einblick in Scientology.

Scientology-Chef David Miscavige ist der Schwerpunkt dieses Spezial-Reports der St. Petersburg Times. Ehemalige Scientology Führungskräfte, darunter auch zwei der ehemaligen Lieutenants von Miscavige, sind an die Öffentlichkeit getreten, eine Kultur der Einschüchterung und Gewalt unter David Miscavige zu beschreiben.

TEIL 1 VON 3 – The Truth Rundown

Mit einem Cassettenrekorder und einer Ankündigung kam der Führer von Scientology in den Raum gerannt: Zeit für das Spiel „Reise nach Jerusalem“.

David Miscavige hatte mehr als dreißig Mitglieder des Führungspersonals der Kirche für Wochen in einem kleinen Bürogebäude außerhalb von Los Angeles zusammengepfercht, das sie nur verlassen durften, um schnell unter die Dusche zu springen. Sie schliefen auf dem Boden, das Essen wurde geliefert.

Ihre Aufgabe war es, strategische Pläne für die Kirche zu erarbeiten. Aber ihr Führer verwarf jede ihrer Ideen, bezeichnete sie als inkompetent und als Feinde, von ihm und der Kirche.

Beweise deine Hingabe, sagte ihnen Miscavige, indem du dieses Spiel gewinnst. Alle anderen – Verlierer, ihr alle – werden auf Scientology-Außenposten über die ganze Welt verstreut. Wenn dabei Familien auseinander gerissen werden, passiert das halt.

Zu Bohemian Rhapsody von Queen spielten sie die ganze Nacht hindurch, rannten in ihren marineähnlichen Uniformen durch den Konferenzraum, erwachsene Männer und Frauen, die sich um Stühle prügelten.

Am nächsten Abend, zu Beginn des Jahres 2004, versammelte Miscavige die Gruppen und begann aus heiterem Himmel einen Manager namens Tom De Vocht zu schlagen, ihn zu Boden zu werfen und dort weiter auf ihn einzutreten. De Vocht nahm die Schläge und Demütigungen schweigend hin – genauso, wie andere Manager Angriffe ihres Führers immer hinnahmen.

Diese Aussagen stammen von Personen, welche für Jahrzehnte Schlüsselfiguren in Scientology’s machtvollem innerem Zirkel waren. Marty Rathbun und Mike Rinder, zwei der höchstrangigen Führungskräfte, welche jemals die Kirche verlassen haben, sprechen das erste Mal offen über ihre Erfahrungen.

Zwei weitere ehemalige Führungskräfte stimmten ebenfalls einem Interview mit der St. Petersburg Times zu: De Vocht, der für Jahre das spirituelle Zentrum der Kirche in Clearwater, Florida leitete und Amy Scobee, die dazu beitrug, dass Celebrity-Netzwerk von Scientology aufzubauen, welches heute solche Personen wie John Travolta und Tom Cruise umfasst.

Einer nach dem anderen haben die vier Aussteiger das einzige Leben verlassen, dass sie bis dahin kannten. Das Rathbun und Rinder sich jetzt äußern, ist eine herausragende Wende, weil sie Miscavige’s engste Vertraute waren, wie Haldeman und Ehrlichman für Nixon. [Harry Robbins Haldeman = Stabschef von Nixon, John Ehrlichman = Berater für innere Angelegenheiten.]

Nun geben sie einen bislang nicht gekannten Einblick in die oberen Führungsschichten der streng kontrollierten Organisation. Dieser dokumentiert:

– Physische Gewalt, welche das internationale Management von Scientology prägt. Miscavige gibt dieses Ton vor, indem er alltäglich seine Untergeben attackiert. Rinder berichtet, dass Miscavige ihn ungefähr 50 Mal angegriffen hätte.

Rathbun, Rinder und De Vocht geben zu, ebenfalls Kollegen attackiert zu haben, um ihre Loyalität zu Miscavige und ihr Stehvermögen unter Beweis zu stellen.

– Angestellte werden durch ein mehrschichtiges System „kirchlichen Strafrechts“ diszipliniert und kontrolliert. Dieses beinhaltet das öffentliche Bekennen von „Sünden“ und „Verbrechen“ vor der Gruppe, die Anweisung, angezogen in einen Swimmingpool zu springen, die Aussicht, peinlichst genauen „Sicherheitschecks“ unterzogen zu werden oder, schlimmstenfalls, als „Suppressive Person“ [„unterdrückerische Person“] isoliert zu werden.

An der höchsten Spitze der Hierarchie vereinigt Miscavige eine solche Macht, dass Manager wie Lemminge jeden seiner Befehle folgen, egal wie bizarr.

– Angestellte von Scientology vertuschten, wie stümperhaft sie sich um die Gesundheit von Lisa McPherson kümmerten, einer Scientologin, die nach 17 Tagen Isolation im Fort Harrison Hotel in Clearwater, Florida starb.

Rathbun, der von Miscavige beauftragt wurde, den Fall von Lisa McPherson zu handhaben, räumt ein, die Vernichtung von belastendem Beweismaterial angeordnet zu haben. Rathbun und andere geben zudem an, dass Miscavige eine peinliche Fehleinschätzung im Rahmen der Betreuung von McPhersons Scientology ablieferte.

– Mit Miscavige als Stichwortgeber und Rathbun an seiner Seite, schaffte es die Kirche die US-amerikanische Steuerbehörde dazu zu bringen, Scientology einen besonderen Steuerstatus einzuräumen. Jetzt bietet sich durch Rathbun ein neuer Blick auf eine der Sternstunden von Scientology und in Details einer außerordentlichen Kampagne, welche mit tausenden Gerichtsverfahren einen öffentlichen Druck erzeugte.

– Um den Gewinn zu steigern, hat sich Miscavige an Langzeit-Mitglieder gewandt und sie dazu gebracht, neuaufgelegte Schriften nochmal zu kaufen.

Beauftragte der Kirche verneinen diese Vorwürfe. Miscavige hätte, so behaupten sie, niemals einen einzigen Angestellter der Kirche geschlagen.

Am 13. Mai fragte die Times bei Miscavige nach einem Interview, persönlich oder per Telefon, an, und wiederholte die Anfrage innerhalb der nächsten fünf Wochen beständig. Die Kirche behauptete, dass Miscavige’s Terminplan kein Interview vor Juli zulassen würde.

Am 21. Juni, morgens um halb sechs, mailte Miscavige der Times, um gegen die Entscheidung der Zeitung zu protestieren, ihre Geschichte an diesem Tag zu veröffentlichen und nicht zu warten, bis er verfügbar sei. In seinem Brief behauptete er, dass er Informationen beibringen könne, welche die „Glaubwürdigkeit [der Überläufer] vernichten“ würde. Verehrt von [angeblich] Millionen Scientologen, behaupteten Pressesprecher der Kirche, hätte Miscavige diese Organisation über ein viertel Jahrhundert beständigen Wachstums angeführt.

Die Überläufer seien Lügner, sagen die Sprecher der Kirche, verbitterte Abtrünnige, die schon längst überholte Vorwürfe aus dem Internet wiederholen würden und zudem die Bedeutung der Positionen, die sie in der Scientology-Arbeitstruppe Sea Org eingenommen hatten, übertreiben würden. Weiter wurde behauptet, die Überläufer seinen es gewesen, die Angestellte physisch angegriffen hätten. Als Miscavige dies herausfand, hätte er dies gestoppt und sie degradiert.

Jetzt würden die Überläufer einen Coup anzetteln wollen, indem sie Vorwürfe erfänden, um Miscavige stürzen und die Kontrolle über die Kirche übernehmen zu können.

Die Aussteiger bestreiten dies. Sie sagen, dass sie sich öffentlich äußern, weil Miscavige’s Verhalten bekannt werden muss.

Rathbun meint, dass die Misshandlungen des Personals durch den Anführer, Manager vertrieben und diejenigen, die geblieben sind, gelähmt hätten. „Es ist zu einem Chaos geworden, weil… es keine Form von Organisation gibt. Niemand wird respektiert, weil er [Miscavige] ständig Leute herunter macht und schlägt.“

„Ich möchte nicht mehr, das Menschen weiterhin verletzt, ausgetrickst und belogen werden“, sagt Rinder. „Ich war aufgrund meines mangelnden Mutes nicht dabei erfolgreich, etwas zu ändern, als ich noch Mitglied der Kirche war.“

„Aber ich glaube, dass dieser Missbrauch aufhören muss… Diese Fäulnis, die sich intern verbreitet, ist aktuell für Scientology destruktiver als alles, was außerhalb vor sich geht.“

SCHLÄGE: Unvorhersehbar, skurril
Mit 49 ist Miscavige fit und gebräunt, sein versteinertes, ausdrucksloses Gesicht wird von seinen stechend blauen Augen untermalt. Er ist keine 1,70 Meter groß, aber kräftig, mit einem passenden, kräftigen Handschlag.

Seine starke und widerhallende Stimme kann eine Masse von Tausenden fesseln. Viele nennen ihn „COB – Chairman of the Board“ [der Vorstandsvorsitzende], weil er der Vorsitzende der Organisation ist, welche Scientology, 1954 von L. Ron Hubbard gegründet, leiten und bewahren soll.

„Er ist einer der fähigsten, intelligentesten Individuen, die ich jemals getroffen habe“, sagt Rathbun. „Aber L. Ron Hubbard sagte, dass die Höhe der Intelligenz nicht unbedingt mit dem Level der Zurechnungsfähigkeit übereinstimmt. Adolf Hitler war genial. Stalin war genial. Sie waren Genies. Aber gleichzeitig waren sie auf einem bestimmten Level vollkommen verrückt.“

Rathbun, Rinder, Scobee und De Vocht sagen nun, dass sie Wahnsinniges beobachtet und daran teilgenommen haben, angefangen von „Reise nach Jerusalem“-Spielen bis hin zu wiederholter körperlicher Misshandlung.

Was löste Miscavige’s Ausbrüche aus? Die Opfer haben meistens keine Ahnung.

„Wenn es nicht die Antwort gab, die er hören wollte, vergaß er sich,“ berichtet De Vocht. „Wenn es anders war, als er dachte, vergaß er sich. Wenn er sich verarscht vorkam oder er eine bessere Antwort hörte, als er sie hatte, vergaß er sich.“

Rathbun und Rinder nennen Führungskräfte, die sie selbst von Miscavige attackiert sahen:

Marc Yager [Leiter der Commodore’s Messenger Organization International]: Mindestens zwanzig Mal.

Guillaume Lesevre [Leiter der Church of Scientology International]: Mindestens zehn Mal.

Ray Mithoff [Manager der Church of Scientology International]: Rathbun sagt, Miscavige „würde ihn regelmäßig direkt auf den Kopf schlagen und anschreien. Oder ihn am Kragen greifen und auf den Boden werfen.“

Norman Starkey [Treuhänder des Nachlasses von L. Ron Hubbard]: „Direkt auf dem Parkplatz verprügelte (Miscavige) ihn höllisch, schmiss ihn zu Boden und begann dann, als er unten lag, auf ihn einzutreten“, berichtet Rathbun.

Weiter sagt er, er sah wie Rinder „mindestens ein Dutzend Mal verprügelt wurde, allein in den letzten fünf Jahren… einige Male richtiggehend grausam.“

Rinder meint dazu: „Yager war wie ein Boxsack. Genauso wie ich.“

Er ergänzt: „Das große Problem war nicht der körperlich Schmerz. Wichtiger war die Demütigung und die Kontrolle. … Es ist einfach so, dass du gedemütigt wirst – ins Gesicht geschlagen, getreten – und da kannst einfach nichts dagegen tun. Würdest du es versuchen, würdest du den COB angegriffen haben.“

„Es war vollkommen unvorhersehbar und grotesk. Es konnte ein Schlag ins Gesicht sein. Oder, dass man sofort Fragen beantworten musste. Aber es war immer als Bestrafung gemeint.“

Scobee merkt an, dass Miscavige niemals sie oder eine andere Frau geschlagen hätte, aber sie bezeugte viele seiner Attacken, inklusive eines Vorfalls, bei dem dieser Rinder so lange gewürgt hätte, bis dessen Gesicht sich hochrot färbte. Rinder bestätigt diese Darstellung.

De Vocht schätzt, dass er von 2003 bis 2005 rund hundert Mal beobachtet hätte, wie Miscavige Angestellte geschlagen hätte.

Rathbun, Rinder und De Vocht geben zu, dass sie im Gegenzug andere geschlagen hätten. Im Januar 2004 verprügelte Rathbun Rinder so stark, dass er von mehreren anderen fortgezogen werden musste.

„Ja, dieser Vorfall ist passiert,“ sagt Rinder. „Es war nicht das einzige Mal, dass Marty oder ich an unterschiedlichen Formen physischer Gewalt gegen andere beteiligt waren.“

Er erinnert sich, einen Angestellten am Kragen gegen eine Wand gedrückt und dabei seine Gurgel gewürgt zu haben.

Rathbun erinnert sich daran, mehrfach verschiedene Leute angegriffen zu haben, Lesevre über den Tisch geworfen, Stakey auf die Ohren geschlagen und Yager eine Treppe herunter geschmissen zu haben – alles, wie er sagt, im Auftrag von Miscavige. Er berichtet davon, wie er einen Angestellten am Los Angeles International Airport auf die Motorhaube geworfen hätte. Dann, als eine Menge von Schaulustigen zusammen gekommen war, hob er seine Faust und forderte ihn auf, er solle seine Einstellung verbessern.

De Vocht berichtet, wie er eine Anzahl von Männern bei einer Sitzung geschlagen hätte, bei der diese vor ihren Kollegen ihre Fehlverhalten beichten musste, ein Treffen, dass rau und körperlich ablief. Heute davon betroffen, meint er, dass er es damals leicht rationalisieren konnte: „Wenn ich sie nicht attackiert hätte, wäre ich attackiert worden. Es war ein Überlebensinstinkt in einer unheimlichen Situation, in die niemand geraten sollte.“

Die vier Aussteiger sagen allesamt aus, dass ihr Führer eine Kultur etabliert hätte, welche körperliche Gewalt befördern würde.

„Das ist der akzeptierte Weg geworden, etwas umzusetzen“, sagt Rinder. „Wenn COB es tat, war es auch für alle anderen okay.“

Rinder sagt, Rathbun sei Miscavige’s persönlicher Schläger gewesen. „Wenn Dave sich bei etwas nicht schmutzig machen wollte, sandte er Marty aus um es für ihn zu regeln.“

Bestreiten tut Rathbun dies nicht. Es sei schwierig die Wahrheit zu finden, sagt er, „außer man redet mit jemand, der Schmutz an den Händen hat. Und ich gebe offen zu, ich habe Schmutz an meinen Händen und ich fühle mich schrecklich damit. Das ist der Grund, warum ich das tue, was ich gerade tue.“

Rathbun war nicht von Miscaviges Angriffen ausgenommen. „Einmal griff er mich beim Genick und schlug meinen Kopf gegen die Wand.“

Niemand schlug zurück.

„Es ist einfach so, dass er eine große Gefolgschaft hat,“ sagt Scobee. „Er ist der ‚Retter‘ von allem, weil er jeden überwachen muss, weil wir alle inkompetente Arschlöcher sind. Das erzählte er uns ständig.“

„Du hast kein Geld. Du hast keine Berufserfahrung. Du hast nichts. Und er kann dich einfach auf die Straße setzen und in den Ruin treiben.“

Tommy Davis, der Sprecher der Kirche, sagt, die Überläufer würden lügen. In Antwort auf den Vorwurf von Rinder, Miscavige hätte ihn ungefähr 50 Mal angegriffen, sagte Davis: „Er lügt einfach nur.“

Yager, Starkey, Mithoff und Lesevre behauptet gegenüber der Times nachdrücklich, dass sie Miscavige niemals angegriffen hätte.

Davis wies beglaubigte Erklärungen vor, in welchen Rathbun und Rinder – damals noch in hohen Positionen bei Scientology – den Anführer als außerordentliche Persönlichkeit lobten und energisch Gerüchte darüber dementierten, dass dieser seine Angestellten missbrauchen würde.

Davis macht auf eine Geschichte der Times aufmerksam, in der Miscavige 1988 die gleichen Gerüchte dementiert hätte. Rathbun unterstützte ihn damals und meinte, dass er in den 20 Jahren, die er mit Miscavige zusammengearbeitet hätte, niemals gesehen hätte, wie dieser die Hand gegen irgend jemand erhoben hätte.

„Das ist nicht sein Wesen“, sagte Rathbun damals. „Er hat genügend persönliche Durchsetzungskraft, als dass er einen solchen Weg beschreiten müsste.“

Heute sagt Rathbun dazu: „Das war die größte Lüge, die ich euch jemals erzählte.“

Davis spielte uns das Video eine Konfrontation zwischen Rinder und einem BBC-Reporter in London aus dem Jahr 2007 vor, kurz bevor Rinder die Kirche verließ. Der Reporter fragt mehrfach zu den Vorwürfen gegen Miscavige nach, die Rinder hitzig als „Unsinn“ bestreitet.

Jetzt sagt Rinder, dass er damals log, um die Kirche zu beschützen und das sein Loyalität gegenüber Miscavige unangebracht war. Er sagt, dass er damals genau das tat, was Miscavige’s Stab heute tut: „Einfach abstreiten. Nein. Nicht wahr. Ist niemals passiert.“

Die Scientology-Kirche bezeichnet sich selbst als Organisation, die an „einer Zivilisation ohne Wahnsinn (arbeitet), ohne Kriminelle und ohne Kriege, in der die Fähigen erfolgreich sein und ehrliche Personen Rechte haben können und wo Menschen frei sind, größere Dinge zu erreichen.“

Scobee sagt, dass Miscavige nicht das praktizieren würde, was Scientology predigt. Sehr großzügig würde er Mitglieder zu Feinden erklären, was diesen jeden Kontakt zu Familienmitgliedern und Freunden innerhalb von Scientology verbiete.

„Man kann sich nicht selber einen religiösen Führer nennen, wenn man Menschen schlägt, sie einsperrt, Familien auseinander reißt,“ sagt sie. „Wenn ich darauf aus wäre, Scientology zu vernichten, würde ich David Miscavige genau dort lassen, wo er ist, weil er fast schon perfekt daran arbeitet.“

Rufmord
Rufmord – dies ist es, was die Überläufer bei Miscavige versuchen würden, zumindest wenn man einem Team von zwei Anwälten der Kirche und zwei ihrer Sprecher folgt.

Rathbun, Rinder, De Vocht und Scobee: Sie alle hätten bei ihren Aufgaben versagt, Sea Org-Regeln gebrochen und seien moralisch zweifelhaft, sagt das Team. Man solle diese vier gebrochenen Gestalten einem Mann von Miscavige’s Persönlichkeit gegenüber stellen und es würde klar werden, wer vertrauenswürdig sei und wer nicht.

„Es geht nicht darum, dass sie ihre Version haben und wir eine andere. Es geht darum, dass all das niemals passiert ist“, sagt Monique Yingling, eine Anwältin, die selber nicht Scientologin ist, aber die Kirche seit über 20 Jahren vertritt. „Es gibt eine Geschichte, aber nicht die, die hier erzählt wird.“

Während die Anwälte und Sprecher Miscavige verteidigen und versuchen, die Kritiker zu diskreditieren, nutzen sie Material aus der Aufzeichnungen der Auditing-Sitzungen der Überläufer – Beichten, Selbstanklagen, Vorwürfe, die die Kirche jetzt benutzt, um ihren psychische Störungen nachzuweisen.

Diese Dokumente beleuchten ein System der „innerkirchlichen“ Rechtssprechung, welches Außenstehende selten zu sehen bekommen. Dieses System hält Scientologen dazu an, produktiv zu sein. Es basiert auf der Überzeugung, dass zu jedem Zeitpunkt jede menschliche Aktivität auf eine Statistik reduziert werden kann und alles – eine Gruppe, eine Person, der Job von jemanden und seine Ehe – gemessen und innerhalb von 12 „Zuständen“ verortet werden könnte.

Die niedrigen Zustände beinhalten „Verwirrung“, „Verrat“ und „Feind“. Der höchste Zustand ist „Power“, gefolgt von „starke Veränderung“ und „Wohlstand“.

Um diese moralische Leiter emporzusteigen muss das Individuum schriftliche Beichten ablegen, genannt „Formulare“, welche ihm oder ihr helfen, sich zu bessern, indem sie selbst überprüft, was sie falsch gemacht hat. Diese Formulare geben der Kirche gleichzeitig schriftliches Material in die Hand, dass sie gegen Mitglieder verwenden kann, welche sich gegen Scientology wenden.

Weitere Dokumente werden erstellt, wenn ein Person die Kirche verlassen oder direkt abhauen will.

1959 schrieb Hubbard eine Policy [Richtlinie], die besagt, dass eine Person die Kirche nur als Teil einer noblen Geste verlassen würde, weil er oder sie sich ansonsten nicht davon zurückhalten könnten, der Kirche zu schaden. Um dies vor sich selber zu rechtfertigen, so glaubte dies zumindest Hubbard, würde sich diese Person dann schlechten Dinge über die Kirche ausdenken.

Folgerichtig würde jeder, der austritt, „Overts“ (also schädliche Akte) gegen die Kirche begangen haben und diese zurück halten. Die Kirche sei verpflichtet diese Personen dazu zu bringen, mit sich ins Reine zu kommen meinte Hubbard, weil das Zurückhalten von Overts gegen Scientology zu Selbstmord oder den Tod durch eine Krankheit führen könnte. Deshalb müssten sie alle ihre Vergehen niederschreiben, um mit der Kirche in einem guten Verhältnis zu bleiben, wenn sie diese verließen.

Yingling und Davis behauptet, dass es der Kirche jetzt nicht behagen würde, diese Akten zu benutzen. Aber nachdem die vier Abweichler gegen Miscavige ausgesagt hätten, hätten sie keine andere Chance mehr, so die Anwältin und der Sprecher.

Die produzierten Dokumente geben an, dass Scobee die Sea Org Regeln verletzt hätte, weil sie sich „romantisch neben ihrer Ehe betätigt hätte.“ Scobee meint, dass die Kirche übertreibt.

Sie erkennt an, dass sie die Regeln durch einen sexuellen Akt im Supervisor-Zimmer verletzt hätte, merkt aber an, dass der damals beteiligte Mann ihr zukünftiger Ehemann gewesen sei. Ein anderes Dokument behauptete, sie hätte 1988 mit einem anderen Mann „eine Beziehung begonnen“. Scobee sagt dazu, dass dies ein Elektriker, der nicht Scientologe war, gewesen sei, welcher sie aufgefordert hätte, mit ihm zu fliehen. Sie hätte dies abgelehnt und den Vorfall ihrem Vorgesetzten gemeldet, sei aber trotzdem bestraft worden.

Ein Schriftstück aus dem Juli 2003 führt für sie schlechte Produktivität an und erklärt sie für eine Arbeit auf der Basis in Kalifornien für untauglich.

Dem hält Scobee entgegen, dass die Kirche sie für über zwanzig Jahre in verantwortungsvollen Positionen eingesetzt hätte. 1996 wurde sie in einem Magazin der Kirche als „bewährteste“ und „überaus hingebungsvolle“ Führungskraft von Scientology dargestellt.

„Wichtig ist, dass es keine Einfluss hat, ob ich Gott war oder ein schlampiger Hausmeister,“ sagt Scobee. „Was ich gesehen habe, habe ich gesehen.“

De Vocht befand sich im sogenannten Zustand „Verrat“, als er 2004 ein Memo abzeichnet, welches besagte, dass er bei einem Immobiliendeal in Clearwater eine Millionen Dollar, die der Kirche gehörten, verloren hätte. In einem Brief an Miscavige gesteht er, durch Verschwendung und Überbezahlung bei zwei Projekten zehn Millionen Dollar vergeudet zu haben.

Über diese Dokumente befragt sagt De Vocht, dass diese „Ethik-Formulare“ die verdrehte Kultur widerspiegeln, welche von Miscavige geschaffen worden sei, nicht die Realität. „Du sagst einfach, was du zu sagen hast, um kooperativ zu erscheinen. Es ist keine freiwillige Tat. Es ist da, um deinen Arsch zu retten – mach das Programm mit oder du wirst verprügelt.“

Miscavige zu verherrlichen sei Teil der Programms gewesen, sagt De Vocht. „Er ist unser Papst, unser Führer und er kann gar nicht falsch liegen. … Wenn du sagst, ‚Ich tue alles, was ich kann, um es richtig zu machen‘, dann magst du durchkommen. Du hast aber keine andere Wahl, als niederzuknien und zu sagen ‚Du hast Recht und ich habe Unrecht‘.“

Die Kirche sagt Rinder, der für Jahrzehnte ihr Hauptsprecher gewesen war, sei eine unverbesserliche Lügnerin. In seinen „Moral-Ordnern“ würde Rinder, so behauptet die Kirche, zugeben, über die Jahre hinweg 43 Mal gelogen zu haben.

„Das war ein richtiges Problem, diese Hang zum Lügen von Mike. … Offenbar hat er ein generelles Problem mit der Wahrheit“, sagt Davis, Rinder’s Nachfolger als Sprecher.

Nachdem er einst bestritten hat, dass Miscavige ihn oder andere geschlagen hätte, würde Rinder nun lügen, behauptet Yingling. „Er ist gegangen, weil er degradiert wurde… Er ist jetzt verbittert und seine Verbitterung führt ihn zu dieser Behauptung, die er über so viele Jahre bestritten hat.“

Davis ergänzt: „Eine der Dinge, für die er bekannt war, war zu sagen ‚Nun, wenn ich so schlecht bin, warum fragt ihr mich, immer wieder neue Sache zu tun?‘ Kennst du die Antwort auf diese Frage? … Die abschließende Antwort auf diese Frage ist: ‚Mike, weißt du was, du hast Recht. Warum weiter fragen.‘ Und dann hörten wir auf, zu fragen. Und dann verließ er uns und niemand hielt ihn zurück.“

Wie all die anderen Aussteiger sagt Rinder, dass er sicher ist, dass er all das aufgeschrieben hätte, was sich jetzt in diesen „Moral-Akten“ befinden würde, aber all diese Eingeständnis seien bedeutungslos, sie waren einfach immer nur das, was seine Vorgesetzten hören wollten. „Alle diese Sachen wurden geschrieben, um in ein gutes Licht gerückt zu werden oder etwas zu bekommen.“

Davis hingegen sagt, Rinder sei nicht in der Lage, mit seinem Abstieg von Posten des Sprechers einer international aktiven Kirche zu seinen jetzigen, alltäglichen Job klar zu kommen.

„Mike ging. Ich denke, wir stimmen alle darin überein, dass er verbittert ist“, meint Davis. „Das ist ein Typ, der mit den großen Hunden durch das hohe Gras gestreift ist… Das war ein aufregendes Leben. Und jetzt verkauft er Autos und das muss für ihn ein höllischer Schock sein.“

Die Kirche veröffentliche zahlreichen Seiten aus ihren Akte über Rathbun. Darunter: ein Brief von 1994, in welchem er berichtet, dass er einen Truth Rundown – eine der vielen Arten von Beichten – abgeschlossen hätte und sich dafür entschuldigen würde, die Kirche ein Jahr zuvor kurz verlassen zu haben; drei Berichte darüber, Angestellte einige Dutzende Male angeschrien und verbal attackiert zu haben und Dokumente, in denen er zu gibt, Situationen nicht richtig gehandhabt zu haben.

In einem Dokument aus dem Jahr 2003 schrieb Rathbun eine sogenannte „öffentliche Bekanntmachung“ über zwei Jahrzehnte Pfusch, darunter: wie er sich herausgestellt hätte, um wichtiger zu erscheinen, als er war; das er für Miscavige zusätzliche Arbeit bedeutet hätte; wie er Angestellt falsch gemanagt und bedeutende Aufgaben, darunter den langfristigen Kampf der Kirche mit der US-amerikanischen Steuerbehörde IRS, vermasselt hätte.

Rathbun sagt heute, dass er alles aufgeschrieben hätte, was Miscavige hätte hören wollen.

Die Kirche legte – nachdem die Times sie über Rathbun befragt hatte – eine eidesstattliche Erklärung von 6. Juni 2009 vor, die von einem Sea Org Mitglied, deren Name von der Kirche geschwärzt wurde, abgegeben wurde. Diese kritisiert Rathbun dafür, gewalttätig und beleidigend zu sein und eine Rolle bei dem Versuch ihrer Familie gespielt zu haben, sie aus Scientology heraus zu bekommen.

Rathbun stimmt zu, dass er versucht hätte, der Familie zu helfen, weil die betroffene Frau starke Zweifel darüber geäußert hätte, zu Scientology zurückzukehren.

Ähnlich wie bei De Vocht sind auch Rathbuns Beichten davon gekennzeichnet, dass die Miscavige ausgiebig loben. Er schrieb beispielsweise, der Führer hätte „eigenhändig Scientology gerettet“.

Die Management-Elite von Scientology lebt und arbeitet auf der fünf Hektar großen Basis in den trockenen Bergen gegenüber dem Mount San Jacinto bei Palm Springs.

Rathbun hätte dort, so sagen die Vertreter der Kirche, zwischen 2002 und 2003 als Moraloffizier eine „Terrorherrschaft“ organisiert, während Miscavige in Clearwater juristische und andere Problem geregelt hätte. Ende 2003 sei Miscavige zurückgekehrt, hätte Rathbun degradiert und damit begonnen, dessen Hinterlassenschaften aufzuräumen.

Rathbun hingegen gibt an, dass er 2002 und 2003 fast die gesamte Zeit außerhalb der Basis gewesen wäre, um Rechtsstreitigkeiten und andere sensible Angelegenheiten in Miscaviges Interesse zu handhaben. Als er Ende 2003 in die Basis zurückkehrte, sagt er, wäre es Miscavige gewesen, der eine „Terrorherrschaft“ errichtet hätte.

Die Kirche behauptet, dass Rathbun seine Rolle bei Scientology übertreiben würde. Seit 1993 hätte er keine wichtige Position mehr besetzt.

Hingegen wurde Rathbun noch 1998 in einem Scientology-Magazin als Hauptsprecher einer bedeutsamen und von 3000 Scientologen besuchten Veranstaltung in der Ruth Eckerd Hall [einem Veranstaltungsort in Clearwater] vorgestellt. Der Magazinartikel gibt an, dass Rathbun der „Generalinspekteur“ der Einrichtung sei. Zudem legte die Kirche der Times ein juristisches Dokument aus dem März 2000 vor, welches Rathbun als „Direktor“ der gleichen Einrichtung aufführt.

Wenn Rathbuns Verantwortungsbereich so eingeschränkt war, wie die Kirche behauptet, wie ist es ihm dann gelungen eine Terrorherrschaft zu errichten? Davis, der Sprecher der Kirche, explodierte nach dieser Frage der Times.

„Er ist es, der behauptet, dass David Miscavige diese Menschen geschlagen hätte“, schrie Davis. „Und er behauptet jetzt, dass David Miscavige genau die Menschen geschlagen hätte, die er selber geschlagen hat. Und das regt mich auf. Weil, dieser Typ ist ein verdammter Lügner und ich habe nicht die Aufgabe, zu erklären, wie er einer wurde.“

„Der wichtige Punkt ist, dass er behauptet, David Miscavige hätte das alles getan… Und jetzt werde ich etwas ärgerlich. Bin ich über Sie verärgert? Nicht unbedingt. Aber ich bin gottverdammt nochmal wütend auf Marty Rathbun. Weil er genau weiß, dass er der Terrorherrscher war.“

Ankunft in Clearwater
Herbst 1975. Eine Vereinigung, die sich selber United Churches of Florida nennt, gibt bekannt, dass sie von der Southern Land Development Corp. das Fort Harrison Hotel mieten würde, von einer Firma, die den Plan hätte, das historische Gebäude zu kaufen.

Niemand – nicht einmal die Anwälte der Verkäufer – können irgendetwas über die Southern Land Development Corp. finden. Nicht einmal eine Telefonnummer.

Als am 1. Dezember der Verkauf über die Bühne geht, zahlt die Firma 2,3 Millionen Dollar in Cash für ein Wahrzeichen, in welchem die Einwohner von Clearwater fünfzig Jahre lang ihre Hochzeiten, ihre Silvesterpartys und andere öffentliche Ereignisse gefeiert hatten.

Sofort schließen die neuen Nutzer das Hotel für die Öffentlichkeit. Uniformierte mit Tränengas und Schlagstöcken bewachten den Eingang.

Am 28. Januar 1976 kam ein PR-Team aus Los Angeles nach Clearwater und gab bekannt, dass der wahre Käufer die Church of Scientology of California sei.

Dieser Betrug verbreitete Angst in der sonst verschlafenen Stadt mit ihren herrlichen Stränden. Der Bürgermeister von Clearwater, Gabe Cazares, war entrüstet über die erst heimliche und dann plumpe Taktik dieser Gruppe.

„Das Fort Harrison stand hier für ein halbes Jahrhundert, aber erst jetzt ist es zum ersten Mal wirklich ein Fort“, beklagte er sich. „Das ist beängstigend.“

Die Einwohner wurden ängstlich, als die mitbekamen, dass Scientology eine Sekte auf dem Kriegspfad war. Diese Sekte hatte schon das Außenministerium, das Justizministerium, die Steuerbehörde, den Geheimdienst und die Polizei von Los Angeles verklagt – jede Behörde, die auf sie aufmerksam wurde oder einen ihrer Anträge ablehnte.

Warum suchte Hubbard Clearwater aus? Er musste die Kirche jahrelang von einem Schiff aus leiten, der Apollo, und wollte nun eine „Landbasis“. Also sandte er seine Kundschafter aus: sucht mir ein großes Gebäude, nahe bei einem guten Flughafen und in einem warmen Landstrich.

Ein Gelände in Daytona Beach wurde ins Auge gefasst. Ebenso das Fort Harrison.

Es sollte Scientologys „Flaggschiff“ werden. Hubbard sandte Anweisungen aus, wie „Flag“ organisiert werden sollte, alles, von Marketingplan bis hin zu den sexuellen Beziehung der Angestellten und den Uniformen. Es sollte „groß, elegant und finanziell eigenständig“werden, schrieb Hubbard, „ein Hotel mit einer Qualität, welche das Waldorf Astoria beschämen würde.“

Hubbard ließ sich das Motto für das Hotel sichern: „The friendliest place in the whole world.“ („Der freundlichste Platz auf der Welt.“)

Ein Jahrzehnt später würde er sterben, aber bis dahin wurde die nächste Generation von Anführern der Kirche ausgebildet.

Die jungen Wilden
Hubbard nannte es „fair game“. Diejenigen, sagte er, welche versuchen würden der Kirche zu schaden, „können mit allen Mitteln von allen Scientologen ihres Eigentums beraubt oder verletzt werden, ohne das diese Scientologen zur Rechenschaft gezogen werden. Sie können ausgetrickst, verklagt, belogen oder zerstört werden.“

Bürgermeister Cazares stellte Fragen über die neue Gruppe, die das Fort Harrison bewohnte, nannte sie eine Sekte und tauschte mit der Kirche Rechtsstreitigkeiten aus. Die St. Petersburg Times und die Clearwater Sun untersuchten die Sache.

Die Scientologen folgten Hubbards Spielplan und verfolgten ihre Feinde. Sie versuchten, Cazares einen gefälschten Unfall mit Fahrerflucht anzuhängen. Sie fingen die Post an die Times ab und beschuldigten den Aufsichtratsvorsitzenden der Times, Nelson Poynter, ein CIA-Agent zu sein.

Im Frühling 1976 begann Hubbard – der „Kommodore“ – seine Vision des Fort Harrison umzusetzen. Scientologen aus aller Welt kamen für lange Aufenthalte. Sie bezahlten tausende für „Auditing“ genannte Beratungssitzungen, in welchen versucht wird, das Unterbewusstsein von negativen Erlebnissen zu befreien und dadurch zu einem „höheren Zustand spiritueller Wahrnehmung“ zu gelangen.

Mike Rinder, ein 20-jähriger Australier, betrieb das Telexsystem des Hotels, versandte und erhielt Sendungen aus Scientology-Filialen in der ganzen Welt.

David Miscavige, ein 16-jähriger aus den Vororten Philadelphias, verließ in diesem April vor dem Abschluss der zehnten Klasse die Schule und begann im Fort Harrison zu arbeiten.

Nahezu sofort leitete der folgsame Miscavige Erwachsene an. 1977, nachdem er gerade einmal zehn Monate in Clearwater gearbeitet hatte, wurde er nach Kalifornien geschickt, wo er der Commodore’s Messenger Organization beitrat, einer auserwählten Gruppe von ungefähr 20 Personen, welche die „Mission“ hatten, direkt für Hubbard zu arbeiten.

Später, im Jahr 1978, wurde Miscavige die Verantwortung für ein Team übertragen, welches Hubbards Haus in Südkalifornien umbaute. Zu dieser Gruppe gehörte ein 21-jähriger, früherer College-Basketballspieler, welcher der Kirche im Jahr zuvor beigetreten war.

Dreißig Jahre später kann sich Marty Rathbun immer noch an den Augenblick erinnern, in dem er den jungen Chef das erste Mal sah, wie er herumstolzierte und „Befehle herausschrie“. Keine Frage, das war David Miscavige.

Die frühen Machtspiele
Mitte der 70er Jahre stellte die US-amerikanische Steuerbehörde Gerald Bennett Wolfe als Schreibkraft an. Was sie nicht wusste war, dass er ein Scientology-Agent war – sein Codename war „Silver“.

Er brach im Hauptquartier der Behörde in Washington in das Büro eines der dort tätigen Anwälte ein und kopiert über Monate hinweg mit Hilfe des damaligen Geheimdienstes der Kirche, dem Guardian’s Office, amtliche Dokumente.

Die Steuerbehörde hatte Scientology zehn Jahre zuvor mit dem Argument, dass es sich um ein Wirtschaftsunternehmen handeln würde, den steuerbegüstigenden Status der Gemeinnützigkeit entzogen. Scientology schlug zurück, indem sie Steuerzahlung zurückhielt, ihre Anwälte loshetzte und mit Silver die Behörde infiltrierte.

Aber dessen Undercover-Mission hatte ein Nachspiel. Am 8. Juli 1977 durchsuchte das FBI die Hauptquartiere von Scientology in Washington und Los Angeles und beschlagnahmte Einbruchs- und Überwachungswerkzeuge und 48.000 Dokumente.

Im Oktober 1979 wurden Hubbards Frau, Mary Sue, die das Guardian’s Office geleitet hatte und weitere zehn Scientologen wegen Verschwörung zum Diebstahl amtlicher Dokumente oder Behinderung der Justiz verurteilt. Ihr Ehemann, der im Gerichtsverfahren als nicht-angeklagter Mitverschwörer benannt wurde, zog sich auf seine kalifornische Ranch in der Nähe der Kleinstadt La Quinta zurück.

Damals wurden zwei junge Männer aus dem dort eingesetzten Renovierungsteam zu engen Vertrauten des sich versteckenden Gründers der Kirche. Rathbun überbrachte Hubbard Post und Nachrichten; Miscavige war seine rechte Hand.

Im Januar 1981 lud Miscavige Rathbun ein, ihn auf einen Trip zum Super Bowl zu begleiten. Sie lernten sich auf dem Weg von Los Angeles nach New Orleans, den sie in acht-Stunden-Schichten fuhren, kennen.

Später während dieses Jahr erteilte Hubbard Miscavige eine kritische Aufgabe: Er sollte den Strom von Klagen und Untersuchungen, welcher die Kirche bedrohte, stoppen und zerstreuen. Miscavige wählte Rathbun und drei andere aus, ihm bei diesem Job zu helfen.

Rathbun berichtet, dass er sechs Monate damit zu brachte, Fälle zu bewerten und Verteidigungsstrategien zu entwerfen.

„Ich stellte Arbeitsgruppen zusammen, die sich um die Fälle kümmerten, eine in Clearwater, eine in New York, eine in Boston, eine in Toronto“, sagt er heute. „Diese berichteten direkt an mich. In gewisser Weise hatte ich die Oberaufsicht über die gesamten juristischen Operationen.“

Währenddessen entledigte sich Miscavige interner Rivalen und errichtete seine Machtbasis. Im Alter von 21 überredete er Hubbards Frau zum Rücktritt.

Ihm half, dass er Hubbards Zustimmung hatte. Dessen Sohn hatte eine Klage eingereicht, in der er anhängig machte, dass die Firma, welche Hubbards Besitzungen außerhalb der USA betreute und die von Miscavige geleitet wurde, sein Vermögen unterschlagen würde. Hubbard antwortete mit einer Erklärung, die besagte, dass er „unzweideutiges Vertrauen zu David Miscavige hätte, welcher ein langjähriger und hingebungsvoller Scientologe [sei], ein bewährter Vertrauter und mein guter Freund.“

Rinder wurde zu diesem Zeitpunkt ein bewährter Vertrauter für den kommenden Führer. Miscavige nutzte die Verbindungen aus seinen Kindertagen in Clearwater, um das Guardian’s Office, den Zweig von Scientology, welche die Dokumente der Steuerbehörde gestohlen und andere Taten begangen hatte, aufzulösen.

Er setzte Rinder als Kopf des neuen internationalen Büros für besondere Aufgaben, dem Office of Special Affairs, ein. Eine der Aufgaben von Rinder war es, die neue Sicht von Scientology zu verbreiten: Der neue Führer der Kirche betonte, dass sie aus den schmutzigen Tricks des alten Guardian’s Office gelernt hätten. Diese seien aber nicht, wofür Scientology stehen würde.

Seine Rivalen ausstechen
Am 27. Januar 1986 kamen tausende Scientologen im Hollywood Palladium-Theater in Los Angeles zusammen, wo ein ernster Miscavige die Nachricht überbrachte: Der Gründer wäre fortgeschritten zu einen neuen Zustand, um weiter zu forschen, einen „äußeren Zustand … vollständig außerhalb seines Körpers.“

Mit 74 Jahren starb L. Ron Hubbard.

Miscavige übergab das Mikrophon an den Anwalt der Kirche, Earle Cooley, welcher Miscavige nicht namentlich erwähnte, aber ihm dennoch half, seine Rolle als zukünftiger Anführer zu zementieren. Cooley gab bekannt, dass Hubbard, welcher an einem Schlaganfall gestorben sei, Scientology den Großteil seines Vermögens hinterlassen hätten, zusammen mit der Aussage, dass dies „ein Ausdruck seines Vertrauens in das Management der Kirche wäre.“

Er hinterließ keinen expliziten Nachfolger, was die Frage offen ließ, wer die Kirche leiten sollte.

Monate später übernahmen Miscavige, Rathbun und andere die Kontrolle über das Religious Technology Center, das RTC, welches Hubbard als höchste geistliche Einrichtung der Kirche geschaffen hatte. Sie entließen das Personal und zwangen den Chef des Büros, zurück zu treten.

Miscavige wurde Vorstandsvorsitzender, was er heute noch ist. Rathbun übernahm den hohen Posten des Generalinspektors für Ethik.

Die letzten Rivalen beim Kampf um die Kontrolle über Scientology waren Pat und Annie Broeker, welche Hubbard in seinen letzten Jahren assistiert hatten. Der Gründer hatte sie in den Status „loyaler Offiziere“ erhoben, einen Rang, welcher höher war, als der von Miscavige, einem Captain.

Die Broekers hatten auch die Kontrolle über Hubbards letzte Schriften, die streng gehüteten höheren Level in Scientologies Wissensgebäude, welche er in der Abgeschiedenheit niedergeschrieben hatte. Für die Kirche, welche größtenteils von den Gebühren für diese Level abhing, waren diese Papiere Gold wert, nicht nur spirituell, sondern auch finanziell. Miscavige wollte sie haben.

Rathbun zeigt auf, wie sie dieses Ziel erreichten:

An dem Tag, als Pat Broeker und Miscavige nach Washington flogen, um Anwälte der Kirche zu treffen, stellte Rathbun ein Team von zwanzig Mann um Broekers Ranch in Barstow, Kalifornien auf.

Während eines Zwischenstopps in Chicago gab Miscavige das Signal an Rathbun, die Verwalterin der Ranch anzurufen. Rathbun erzählte ihr, dass Miscavige und Broeker ihm folgende Nachricht durchgegeben hätten: Das FBI würde in zwei Stunden die Ranch durchsuchen wollen. Wenn sie nicht bis dahin die Schriften herausgebracht hätten, wären diese vielleicht für immer verloren.

Die Frau ließ Rathbun und seine Männer ein.

„Es klappte wie im Traum“, sagt er heute.

Miscaviges Aufstieg war komplett. Mit 26 musste er sich in Scientology vor niemandem verantworten.

Für Rathbun ist der wichtige Punkt der Geschichte, dass sich Miscavige seinen Weg an die Spitze erschwindelt hat und nicht etwa dafür auserwählt wurde. Aber Scientologen glauben, er sei der Gesalbte. „Und wenn sie das glauben, sind sie auch bereit, fast alles andere zu glauben.“

Es war ein Gespräch einige Tage nachdem sie Hubbards letzte Schriften in die Hand bekommen hatten, welches Rathbun zeigte, dass Miscavige sich selber nicht als politischer Aufsteiger, sondern als auserwählter Führer sah.

Miscavige schien vor seiner neuen Verantwortung zurück zu schrecken, also versuchte Rathbun ihn aufzubauen. „Ich sagte ihm, dass mein Basketballtrainer in der High School folgende Motiviationsrede drauf hatte: Eine von Darrell Royal von den Texas Longhorns [American Football Team], die mich seitdem begleitete. Er sagte, ‚Ich habe keine Angst davor, einen Anführer zu wählen. Er wird von alleine hervortreten.'“

„Das sind falsche Daten!“ schoss Miscavige zurück.

Rathbun sagt dazu: „Er wies es so schnell wie möglich zurück. Junge, als ich nur andeutete, dass er etwas anderes sein könnte, als gesalbt, sprang er mir gleich an die Gurgel.“

Scientology vs. Steuerbehörde
In den späten 1980er Jahre war der Kampf mit der US-amerikanischen Steuerbehörde, verglichen mit den Zeiten der Einbrüche und Anklagen, abgekühlt. Dennoch wollte Miscavige weiterhin den Status der Gemeinnützigkeit wiedererlangen, wobei er davon ausging, dass dieser Scientology öffentlich legitimieren würde.

Die neue Strategie war laut Rathbun: Überrumpelt die Steuerbehörde, provoziert Fehler.

Die Kirche übermittelte über 200 Anklagen gegen die Behörde und suchte dabei vor allem Dokumente, die eine absichtliche Schikane von deren Seite nachweisen sollte und griffen die Weigerung der Behörde an, Einrichtungen der Kirche Steuervorteile zu gewähren.

Zudem verklagten 2.300 Scientologen persönlich die Behörde, weil sie Steuerabzüge für ihre Spenden gelten machen wollten.

„Schneller als du dir das vorstellen könntest, wurde aus diese gleichlautenden Anklagen… ausgewachsene Rechtsfälle“, sagt Rathbun.

Der in Washington ansässige Anwalt William C. Walsh, welcher aktuell der Kirche hilft, die Abweichler zu widerlegen, betreute viele dieser Fälle. „Wir wollten“, sagt er, „auf den Grund dieser Sache kommen, die wir als Diskriminierung ansahen. Und wir erhielten viele Dokumente, die diese Sicht untermauern.“

„Es ist nur fair zu sagen, dass es, als wir damit begannen, auf beiden Seite eine Menge von Misstrauen und Verdächtigungen gab“, sagt Walsh. „Diese mussten wir abbauen und zeigen, wer wir waren und was für Menschen wir sind.“

Yingling unterstützte Walsh, Miscavige und Rathbun bei diesem Fall. Sie behauptet, dass die Untersuchung von Miscavige durch die Steuerbehörde zu einer dickeren Akte führte, als die Akte des FBI über Dr. Martin Luther King. „Das war verrückt“, meint sie.

Die Kirche erhöhte den Druck mit einer unnachgiebigen Kampagne gegen die Behörde.

Bewaffnet mit Dokumenten der Behörde, welche unter dem Freedom of Information Act offen gelegt wurden, veröffentlichte das Scientology-Magazin Freedom Storys über angebliche Vergehen der Behörde: aufwendige Zahlungsvorgänge auf Kosten der Steuerzahler, spezielle Quoten für die behördliche Überprüfungen von Scientologen, das Einschießen auf kleine Unternehmen, während Firmen mit politischen Kontakten nicht belangt wurden.

Scientologen verteilten das Magazin auf den Stufen des Hauptgebäudes der Behörde in Washington.

Eine Organisation namens Nationale Koalition der Whistleblower in der Steuerbehörde (National Coalition of IRS Whistleblowers) führte ihre eigene Kampagne. Das sie von Scientology organisiert und finanziert wurde, war den Meisten unbekannt.

Es war ein Zermürbungskrieg und Scientology war willens, zu bezahlen, was immer es kosten würde, um die Bundesbehörde zu schlagen.

Sie wussten, dass auch die andere Seite Verluste zu verzeichnen hatte. Eine Memo der Kirche besagte, dass allein durch die Klagen von Scientology das Bugdet der Behörde für Rechtsprozesse schon vor dem Ende des Jahres ausgeschöpft war.

Die Kirche benutzte andere Dokumente, die sie von der Steuerbehörde erhalten hatte, gegen diese.

In einem beschwerte sich das Justizministerium, dass die Behörde in bestimmten Gerichtsfälle gegen Scientology unverteidigbare Positionen einnehmen würde. Das Ministerium äußert die Angst, von der Steuerbehörde „mit runtergezogen“ zu werden.

Ein anderes Memo dokumentierte einen Konferenz von zwanzig Offiziellen der Behörde in den späten 1970er Jahren. Sie berieten, wie sie auf eine richterliche Entscheidung reagieren sollten, die besagte, dass Scientology der behördeneigenen Definition einer Religion entsprechen würde. Die Lösung der Steuerbehörde? Die sprachen darüber, die Definition zu ändern.

Rathbun nennt dies die „Letzte Lösung“-Konferenz, ein Treffen, welches die Vorbehalte der Behörde gegenüber Scientology bestätigen würde. „Wir benutzten dieses (Memo) gegen sie, ich weiß gar nicht mehr wie oft“, sagt er.

1991 wurde Miscavige zunehmend ungeduldig mit diesen ganzen gerichtlichen Auseinandersetzungen. Er war überzeugt davon, dass er persönlich die Behörde dazu bringen könnte, einzuknicken. In diesem Oktober gingen er und Rathbun direkt ins Washingtoner Hauptquartier der Behörde und verlangten, deren Bevollmächtigten Fred Goldberg zu sprechen. Sie hatten keinen Termin.

Goldberg, der nicht auf eine Anfrage zu einem Interview für diesen Artikel reagierte, sah die beiden an diesem Tag nicht, traf sie aber eine Woche später.

Rathbun sagt nun, dass – im Gegensatz zu den Gerüchten –, weder eine Bestechung gezahlt noch eine Erpressung versucht wurde. Es war vielmehr der Druck rund-um-die-Uhr und die Beharrlichkeit – plus tausenden von Gerichtsverfahren, harten Magazinartikeln und ganzseitigen Anzeigen in USA Today, welche die Behörde kritisierten.

„Das hat ausgereicht“, sagt Rathbun. „Wir brauchten keine Erpressung.“

Er und Miscavige hatten sich ununterbrochen auf dieses Treffen vorbereitet. „Ich saß dort mit drei Kästen voller Dokumente. Er (Miscavige) hatte eine 20-Seiten Rede, die er dort ablieferte. Und für jede Satz hatte ich zwei Ordner“ als Nachweis dabei.

Miscavige trug als Argument vor, dass Scientology nach allgemeinem Verständnis eine Religion sei – dann unterbreitete er eine Friedensangebot.

Rathbun erinnert sich an die Hauptpunkte der Rede des Führers an die Steuerbehörde:

Seht, wir können das einfach abstellen. Das alles ist nicht das wirkliche Ziel der Kirche. Wir versuchen nur, uns zu verteidigen. Und das ist unser Weg, uns zu verteidigen. Wir verteidigen uns aggressiv. Wenn wir uns einfach zusammensetzen und das erhalten können, was wir denken, dass es uns zusteht, dass kann das alles verschwinden.

Beide Seite gingen in die Pause.

Rathbun erinnert sich: „Draußen im Gang kam Goldberg auf mich zu, weil er sah, dass ich die rechte Hand war. Er fragte: ‚Meint er das ernst? Können wir das wirklich abstellen?'“

„Und ich sagte“ – wobei er die Hand zur Unterstützung des Bildes bewegt – „wie einen Wasserhahn.“

Die zwei Seiten begannen zu verhandeln. Yingling sagt, dass sie die „Kirchenführung“ vor warnte, dass sie sich zu stählen hätten und darauf vorbereiten müsste, jede Frage zu beantworten, egal wir offensiv diese wären.

Behördenvertreter stellten einige fiese Fragen: über LSD-Initiationrituale, ob Mitglieder erschossen wurden, weil sie Dingen widersprachen und ob die Organisation in Mexiko Terroristen ausgebildet hätte. „Wir beantworteten alles“, sagt Yingling und rechnet es Miscavige hoch an, dass er darauf behaarte, dass die Kirche offen, ehrlich und kooperativ sei.

Das ganze Hin und Zurück dauerte zwei Jahre und resultierte in folgender Übereinkunft: Die Kirche zahlte 12,5 Millionen Dollar. Die Behörde beendete die Untersuchungen der Organisation. Alle bei Gericht anhängigen Fälle wurden fallen gelassen.

Am 8. Oktober 1993 trafen sich über 10.000 Mitglieder der Kirche in der Los Angeles Sports Arena, um die Verkündung ihres Anführers zu feiern: Die Steuerbehörde erkannte die Gemeinnützigkeit der Kirche wieder an, legitimierte Scientology [steuerlich] als Kirche [Anmerkung: nicht als Religion] und nicht-gewinnorientierte Organisation.

„Der Krieg ist vorbei“, sagte Miscavige der Masse. „Das ist alles, was wichtig ist.“

Als Belohnung auf die Freewinds
Die Euphorie hielt nur kurz. Nachdem die Klagen wegen der Steuer endeten, gelangten die Gerichtsakten an die Öffentlichkeit. Zeitungen wollten wissen, warum Miscavige und seine Frau zusammen rund 100.000 Dollar verdienten, während Angestellte der Kirche in der Woche rund 50 Dollar erhielten. Miscavige war wutentbrannt und wurde noch mehr verärgert, als Rathbun argumentierte, dass dies eine unbedeutende Geschichte sei.

Kurz darauf kam Miscaviges Frau, Michelle, in Rathbuns Büro und entfernte ohne ein weiteres Wort die goldenen Captainssstreifen von dessen Sea Org Uniform. Miscavige nannte ihn eine SP, eine „Suppressive Person“ und Rathbun wurde dazu gezwungen, vor den eigenen Angestellten seine Sünden zu gestehen.

Rathbun war fertig mit Scientology. „Ich dachte mir: Weißt du was? Das war’s. Was machst du noch hier?“

Aus seinem Bürosafe in Kalifornien nahm er drei 1-Unze Goldstück, jede ungefähr 500 Dollar wert, zog eine Bomberjacke an, aß in der Messe Frühstück und fuhr ostwärts Richtung Pensacola, um einen Freund zu besuchen. Miscavige spürte ihm nach und arrangierte ein Treffen in New Orleans.

„Er bettelte mich an, zurückzukommen“, erinnert sich Rathbun und ergänzt, dass Miscavige ihm als Zuckerstück, für zwei Jahre eine Aufgabe auf der Freewinds anbot, dem Kreuzer von Scientology, auf dem Mitglieder die höchsten Stufen absolvieren, während sie durch die Karibik segeln.

Rathbun erzählt, dass Miscavige ihm sagte:

Du hast hart gearbeitet und hast dir eine Belohnung verdient. Geh, verbring etwas Zeit auf dem Schiff. Komm klar mit der selbst, finden das wieder, was dich damals zur Kirche brachte. Schärfe deine Fähigkeiten und komm als der beste Auditor des Planeten zurück.

Das war es, was Rathbun hören wollte: „Ich hätte nicht dankbarer sein können.“

Er ging Ende 1993 auf die Freewinds. Er machte absurde Arbeiten, fraß sich durch Hubbards Schriften und verbrachte täglich acht bis zehn Stunden damit, Auditings zu bekommen und das Auditor-sein zu üben.

Nach zwei Jahre auf See meldete er sich in Clearwater, „Flag“, zurück, wo die Kirche ihr besten Auditoren vorhält und die höchsten Stufen ihrer Ausbildung anbietet. Aber die Qualität des Auditing war zurückgegangen. Rathbuns Aufgabe war es, dabei zu helfen, sie wieder zu verbessern.

1995, im späten Sommer, verließ eine Frau den Auditingraum im Fort Harrison Hotel, riss ihre Arme über den Kopf und schrie mit großer Kraft – ein Bruch des Protokolls der eigentlich immer ruhigen Auditingetage.

„Wer ist das?“, fragte Rathbun einen Vorgesetzten.

„Das ist Lisa McPherson.“

Quelle: http://www.tampabay.com/news/article1012148.ece

Weiterlesen: Teil 2 , Teil 3

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