Broder wirft seine Kippa in den Ring

Das ist eine Kippa. Und jetzt muß man sich nur noch vorstellen, daß diese Kippa im Ring liegt. Und dann noch, daß es sich um die Kippa von Henryk Broder handelt. „Meine Kippa liegt im Ring!

Henryk M. Broder bringt sich nämlich als Präsident des Zentralrats der Juden ins Spiel. Und will dafür in den Ring steigen. Broder gegen Knobloch. Der Fight des Jahres.

Broder schreibt, dass der Zentralrat in einem „erbärmlichen Zustand“ sei. Er würde als „Reue-Entgegennahme-Instanz“ agieren und „Unbedenklichkeitserklärungen“ ausstellen. Er will Charlotte Knobloch an der Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland beerben und die offizielle Vertretung der rund 100.000 Juden in Deutschland übernehmen.

Als Präsident will er sich dafür einsetzen, dass die Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben wird. „Das Gesetz war gut gemeint, hat sich aber als kontraproduktiv erwiesen, indem es Idioten dazu verhilft, sich als Märtyrer im Kampf um die historische Wahrheit zu inszenieren“, erklärt er: „Unser aller Problem ist nicht der letzte Holocaust, dessen Faktizität ausser Frage steht, sondern der Völkermord, der vor unseren Augen im Sudan stattfindet.“

Politisch dürften sich solche Äußerungen in Wahrheit gegen die ersten Ansätze innerhalb des Zentralrats richten, sich mit den unterschiedlichen Vertretungen deutscher Muslime an einen Tisch zu setzen und in Fragen des Kampfs gegen Antisemitismus und antiislamischen Rassismus gemeinsam aufzutreten. Broder pflegt seit Jahren eine Distanz zu Linken und Muslimen gleichermaßen, die man durchaus auch als Hass bezeichnen könnte. Mit seiner Äußerung ruft er de facto die gesamte Rechte und die IslamhasserInnen als Beistände seiner Kandidatur auf. Horst Mahler im Knast und Ahamdinedschad in Teheran lachen sich ins Fäustchen – jetzt haben sie aber wirklich einen unverdächtigen Zeugen für ihre Forderungen …

Update:
Der Zentralrat hat die angekündigte Kandidatur als „lustige Fantasie“ bezeichnet.
Broder müsste erst über einen Landesverband oder eine Gemeinde in den Zentralrat delegiert werden, um überhaupt eine Chance auf den Spitzenposten zu haben, sagte Vizepräsident Dieter Graumann.

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