Gläubige Lehrer

Alarm an der Zürcher Pädagogischen Hochschule. Zahlreiche Studenten gehören freikirchlichen Bewegungen an. Streng gläubige Lehrer sind schweizweit vernetzt mit dem Ziel, Schulkindern ihren fundamentalistischen Glauben zu vermitteln. Konflikte zwischen Missionsarbeit und offiziellem Lehrplan zeichnen sich ab.

Die „Vereinigten Bibelgruppen in Schule, Universität und Beruf“, abgekürzt VBG sind eine interkonfessionelle Bewegung in der Schweiz, der ein ganzheitliches Christsein, das alle Lebensbereiche umfasst, leben und fördern will.

Dabei konzentriert sich der Verein auf Schülerbibelkreise, Bibelgruppen für Studierende, und Fachkreise akademischer Berufe in rund 200 Firmen und Organisationen der Schweiz, darunter Novartis, ABB, Ascom, Roche, verschiedene Spitäler, kantonale Ämter, Departemente des Bundes oder eben der National- und Ständerat. Ziel der VBG ist die Integration des christlichen Glaubens in die Politik und Arbeitswelt.

2007 erschien das Lehrbuch „Natur Wert“. Darin sollen für Schüler ab dem 7. Schuljahr laut Beschreibung „naturwissenschaftliche Kenntnisse mit philosophisch-ethischen Betrachtungen“ verbunden werden. Das erste Kapitel heisst „Schöpfung und Evolution – Entstehung des Lebens“. Dieses Kapitel stösst bei Fachleuten auf Kritik: „Hier wird erstmals in einem Schweizer Lehrmittel die Schöpfungslehre im Sinne der Kreationisten mit der Evolutionstheorie auf die gleiche Stufe gestellt“, sagt Markus Wilhelm, Professor an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz. Damit erreicht die Welle des Kreationismus aus den USA nun die Schweizer Schulen.

SF Rundschau 7.10.2009: Gläubige Lehrer

http://www.sf.tv/videoplayer/embed/680dbc9a-76a2-4856-a84f-ff518d3bd64c

Es ist sehr bedenklich, dass Religion (Kreationismus oder „Intelligent Design“) mit wissenschaftlichen Tatsachen und Methoden gleichgesetzt wird. Dazu kommt die lächerliche „Argumentation“, dass die Evolutionstheorie Lücken aufweist und deshalb habe irgendeine mystische Figur mittels Zauberstab die Erde, die Menschen, die Tiere, usw. erschaffen. Die Evolutionstheorie hat sich, basierend auf neue Erkenntnisse und wissenschaftliche Belege, weiterentwickelt – die Lücken als wissenschaftliche Motivation – und ist mittlerweile die beste Erklärung für die Entwicklung der heutigen biologischen Vielfalt. Wie kann man ernsthaft argumentieren „Theorie A mit wissenschaftlichen Belegen weist Lücken auf, somit ist Theorie B wahr, die keinerlei wissenschaftliche Belege braucht weil sie auf den Glauben basiert“?

Der Verein hat vor allem dadurch Zulauf dass die Schweiz in der letzten Zeit ungewöhnlich oft von Krisen und Naturkatastrophen heimgesucht und wachgerüttelt wurde. Vom zerstörerischen „Lothar“-Sturm über den Brand im Gotthardtunnel, das Attentat auf das Zuger Parlament bis hin zum Swissair-Debakel sowie in jüngster Zeit das Versagen einiger Spitzenmanager mit teilweise massiven Folgen für die Arbeitnehmenden. Für die Evangelikalen ist diese Verkettung von Ereignissen kein Zufall. Sie hören bei all diesen Vorfällen die Stimme Gottes.

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