Martin Gardner 1914-2010

Einige werden höchstwahrscheinlich die traurige Nachricht vom Tode Martin Gardner’s – dem Vater des modernen Skeptizismus – gehört haben.

Gardner, ein renommierter Mathematiker, Autor von über 70 Büchern, Pädagoge und Skeptiker, starb am Samstag im Alter von 95 Jahren. Gardner war ein Skeptiker, bevor es eine skeptische Bewegung gab, und so war er schon immer einer unserer intellektuellen Größen.

Er war, wie sein langjähriger Freund James Randi schrieb,

one of my giants, a very long-time friend of some 50 years or so. He was a delight, a very bright spot in my firmament, one to whom I could always turn to with a question or an idea, with any strange notion I could invent, and with any complaint or comment I could come up with.

Viele Menschen fühlen in gleicher Weise, und das aus gutem Grund. Gardner’s Wirken kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es ist fair zu sagen, dass Gardner die moderne skeptische Literatur geschaffen hat. Sein Buch von 1952 „Fads & Fallacies in the Name of Science“ setze den Standard, der später zur Gründung von CSICOP führte – und allen, die seitdem folgten.

Wer „Fads & Fallacies“ nicht gelesen hat, sollte es nachholen. „Fads & Fallacies“ ist ein Klassiker, natürlich, und doch ganz modern im Stil als auch in Substanz. Jedes seiner Kapitel, bespricht jeweils die Geschichte und Argumente eines bestimmten pseudowissenschaftlichen Themas (wie kreationistische Flutgeologie, Atlantis, oder „Orgon“-Energie), und zeigt die Entwicklung dieser Themen im Zusammenhang mit ihren nächsten pseudowissenschaftlichen Verwandten und in Kontrast zur relevanten Wissenschaft.

Aber warum sollte jemanden die Pseudowissenschaft kümmern? Warum ist Pseudowissenschaft wert degegen zu kämpfen? In jeder Generation, stellen Skeptiker sich diese Frage – eine Frage die Gardner erwartet.

Perhaps we are making a mountain out of a molehill. It is all very amusing, one might say, to titillate public fancy with books about bee people from Mars. The scientists are not fooled, nor are readers who are scientifically informed. If the public wants to shell out cash for such flummery, what difference does it make?

Gardner bot mehrere Antworten. Zunächst stellte er fest, es kostet etwas, „wenn Menschen durch wissenschaftliches Geschwätz irregeführt werden.“ Er zeigte das traurige Beispiel von psychisch kranken Menschen die „dringend erfahrene psychiatrische Versorgung brauchen“, deren Behandlung durch „Liebelei mit sonderlichen Kulten verzögert wird.“ (Falls jemand Zweifel an Gardner’s heutiger Relevanz hat, er sprach auch über Dianetik, die Grundlage von Scientology. „Fads & Fallacies“ umfasst ein eingehendes Kapitel über Scientology.)

Gardner argumentiert, Pseudowissenschaft erodiert die naturwissenschaftliche Grundbildung im Allgemeinen – ein Prozess, der so unberechenbar wie gefährlich ist.

Was war Martin Gardner’s Lösung für das Problem der Pseudowissenschaft? Der erste Schritt ist implizit in seiner jahrzehntelangen sorgfältigen Arbeit: Wissenschaft.

We need better science education in our schools. We need more and better popularizers of science. We need better channels of communication between working scientists and the public. And so on.

Und so weiter. Der Weg geht immer weiter – und letztendlich, die Reisenden nicht. Martin Gardner lebte, um seinen persönlichen Ruf zu den Waffen wachsen zu sehen, in ein lebendiges Forschungsgebiet, ein Aktivismus-Movement, und sogar eine florierende globale Subkultur. Es ist ein wunderbares Vermächtnis. Für eine Weile ist es an uns, es zu bewahren.

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