Das “christliche Europa“: Eine Fiktion

In Bezug auf die Identität Europas wird heutzutage zunehmend auf das christliche oder das christlich-jüdische Erbe verwiesen. Ein Blick in die Geschichtsbücher straft diese These Lügen.

Ein Essay von Stefan Schreiner | Quantara

Dass das jüdisch-christliche Europa historisch gesehen eine Fiktion ist, zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher. Von einer jüdisch-christlichen Tradition Europas kann da schwerlich die Rede sein: Seit dem 7. Jahrhundert haben kirchliche Konzilien Juden im „christlichen Europa“ immer wieder zu unerwünschten und damit nicht (mehr) zugelassenen Personen erklärt und seit dem Mittelalter aus vielen, vor allem westeuropäischen Ländern vertrieben.

Von allem Anfang an definierte sich das christliche Europa gegen die Juden und setzte damit die Ab- und Ausgrenzungsstrategie gegenüber dem Judentum fort, die theologisch im Neuen Testament und den frühchristlichen Schriften vorgezeichnet, mit dem Codex Theodosianus (aus dem Jahre 438) und dem Codex Justinianus (aus dem Jahre 529) dann in geltendes Recht übersetzt worden ist, das die Grundlage des die Juden betreffenden Rechts in der europäischen Rechtsgeschichte bildet, das wiederum in der Geschichte, wie sie die Juden in Europa erlebt haben, Gestalt gewonnen hat.

via Brights – Die Natur des Zweifels

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