Begegnung mit Sarrazin

Macht sich jemand Sorgen während der Weihnachtsfeiertage zuzunehmen? Dann, zum Kotzen bitte weiterlesen.

Am 10. Dezember war Thilo Sarrazin im Amsterdamer Debattiertheater De Balie eingeladen, um über Europa und Migration zu diskutieren. Emina Benalia, als Tochter einer jüdischen Mutter und eines muslimischen Vaters in Usbekistan geboren und in Deutschland aufgewachsen, hat sich mit ihm unterhalten:

„Sprechen Sie Deutsch?“ fragt er während des Abendessens langsam und so deutlich er es eben kann. Am Tisch Holländer und Deutsche. Alle sprechen Deutsch. Er fragt nur mich. Die einzige Dunkelhaarige in der Runde. […] Alle Gespräche verstummen, und am Tisch breitet sich ein beklommenes Schweigen aus. Sarrazin bekommt von all dem nichts mit. Ich sammele mich kurz und antworte: „Ich spreche Deutsch, Russisch, Englisch und Französisch fließend.“

Kommt da tatsächlich faschistoides Gedankengut zum Vorschein, weil jemand „anders“ aussieht?

Das wird noch deutlicher in Sarrazins Meinung zu einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass „die Menschenwürde migrationspolitisch nicht zu relativieren ist.“ Sarrazin hält dieses Urteil für Schwachsinn:

Die Menschenrechte sollten in Deutschland nur für Deutsche gelten. Für Migranten sollten die Gesetze ihres Herkunftslandes gültig sein.

Heißt nichts anderes als, dass „Migranten hier weiterhin in dem Armutsstandard leben sollten, in dem sie in ihrem jeweiligen Land leben würden.“

Ich hab gerade nicht genug Stirn- und Handfläche für eine angemessene Reaktion frei.

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3 Gedanken zu “Begegnung mit Sarrazin

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