Adblocker in den Müll?

Kürzlich erschien auf der Webseite des SEO-Anbieters Online Marketing News ein Artikel, der vollmundig das Ende aller Adblocker erklärt und ein starkes Umsatzwachstum der Internetmarketingbranche durch eben diesen Wegfall der Adblocker prophezeit:

Auf den Internetseiten bekannter Internetportale wie z.Bsp. pcgames.de und buffed.de sind AdBlocker seit heute wertlos.

Es wird ein Programm vorgestellt, das Werbeblocker aushebeln soll. Hinter dieser Technik steckt angeblich „ein deutsches Startup“, welches vorerst anonym bleiben möchte. Erreicht wird diese Umgehung durch Javascriptcode der direkt in die jeweilige Webseite eingebunden wird (sogenannte „inline scripts“). Das führt im Prinzip erst einmal zur Unwirksamkeit von AdBlocker-Plugins die keine „inline scripts“ blockieren können. Im speziellen ist das z. Bsp. Adblock Plus (ABP). Das hindert jedoch andere Adblocker, wie NoScript, das Javascript generell blockiert, nicht an der Ausführung. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Userscript für Greasemonkey, mit dem man eine bestimmte Javascriptfunktion gezielt ausschalten kann. So ein bischen Code zu erstellen dauert keine halbe Stunde, wie ich selbst getestet habe:

Werbebanner geblockt, mit Greasemonkey Userscript (Screenshot: pcgameshardware.de)
Werbebanner geblockt, mit Greasemonkey Userscript (Screenshot: pcgameshardware.de)

Selbst die Macher der EasyList-Filter für Adblock Plus haben nur ein paar Stunden gebraucht um einen Fix bereitzustellen. Wie bereits oben erwähnt, kann ABP ja eigentlich keine „inline scripte“ umgehen – darum ist man einen anderen Weg gegangen und hat die Anzeige der eigebetteten Grafik blockiert. Im Ergebnis macht’s keinen Unterschied.

Am Ende stellt sich nun die Frage, warum das Ganze? Warum investiert eine Firma Zeit und Geld ein Tool zu erstellen, das, mit ein wenig Kenntnis der Materie, von vornherein als nutzlos erkannt werden müsste. Und noch besser – warum übernehmen renommierte Webseiten, deren Mitarbeiter ebenfalls Fachwissen haben sollten, dieses Tool und zahlen wohlmöglich noch jede Menge Geld dafür?

PS: Die Liste gescheiteter Startups ist lang.

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