UNICEF: „The future of humanity is increasingly African“

Bild: © UNICEF/NYHQ2010-1592/Holtz
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Eine dramatische Verschiebung in der demografischen Entwicklung wird die Welt noch in diesem Jahrhundert in einen zunehmend afrikanischen Flecken verwandeln. Das erschafft enorme wirtschaftliche Gelegenheiten, aber auch neue Risiken politischer Instabilität und extremer Armut, sagt ein Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, der am Dienstag vorgestellt wurde, basierend auf überarbeiteten Bevölkerungsprognosen.

Im Jahr 1950 entfielen nur 9 Prozent der Weltbevölkerung auf Afrika, aber am Ende dieses Jahrhunderts werden etwa 40 Prozent aller Menschen (und fast die Hälfte aller Kinder) afrikanische sein. Das ist eine der schnellsten und radikalsten demografischen Veränderungen in der Geschichte, so der Bericht.

Während jeder andere Kontinent einen langsameren Anstieg der Geburten oder sogar einen Rückgang zu verzeichnen hat, sagt die Hochrechnung von UNICEF, dass in den nächsten 35 Jahren in Afrika 1,8 Milliarden Babys geboren werden und sich die afrikanische Gesamtbevölkerung nahezu, um etwa 4,2 Milliarden bis zum Ende des Jahrhunderts, vervierfachen wird.

Afrika könnte von seiner zahlenmäßig größeren Arbeitskraft profitieren, so der Bericht. Der Bevölkerungsboom könnte „den Kontinent verwandeln, den Jahrhunderte alten Kreislauf von Armut und Ungleichheit brechen.“ Doch auch das Gegenteil ist möglich und erfordert dringend baldige Diskussion, warnt UNICEF. „Wenn Investitionen in die Kinder des Kontinents keinen Vorrang haben, hat die schiere Last der Bevölkerungsexpansion das Potenzial, Versuche zur Beseitigung der Armut durch Wirtschaftswachstum zu untergraben, und schlimmer noch, kann zu steigender Armut und Ausgrenzung vieler führen, wenn das Wachstum ins Wanken gerät.“

Geburtenentwicklung (Quelle: UNICEF analysis based on UN WPP 2012 Revision)
Geburtenentwicklung (Quelle: UNICEF analysis based on UN WPP 2012 Revision)

Der Bericht fordert „mutiges und entschlossenes Handeln“, um den Herausforderungen des afrikanischen Bevölkerungsbooms zu begegnen. Er führt z. B. den anhaltenden Mangel an Empfängnisverhütung für viele afrikanische Frauen an. Etwa einem Viertel aller Frauen in Ehen oder Partnerschaften südlich der Sahara fehlen gesundheitliche Dienstleistungen, die sie benötigen, so der Bericht. Außerdem werden nachhaltigere Programme zur Verbesserung der Bildung von Mädchen und der Beendigung der Kinderehe gefordert.

· Africa in 2050: young and optimistic…with a caveat
· Generation 2030/AFRICA – Report (PDF)

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