Ende der Sommerzeit

Sonntag früh um 3.00 Uhr werden die Uhren, im Rahmen der Zeitumstellung, wieder eine Stunde zurück gedreht. Die Abende werden wieder dunkler.

In gleicher Weise werden alle Religionen ihre Uhren ein Jahrtausend zurückdrehen. „Alles was wir sagen, unsere Weltanschauung, unsere Ideen, scheinen irgendwie fehl am Platz. 1014 ist das richtige Jahr, um die Religionen wieder in Synchronizität mit dem richtigen (dunklen) Zeitalter zu bringen,“ sagte Federico Lombardi, der Pressesprecher des Vatikan.

Der Schritt wurde positiv von Menschen auf allen Seiten der verschiedenen Religionen aufgenommen. Die Gläubigen sind glücklich, dass sie nicht mehr mit so beängstigenden Ideen, wie „Wirklichkeit“ und „Fakten“ umgehen müssen. „Das Christentum kann zurück gehen und benötigt noch nicht mal seine eigene Version der Evolution – Kreationismus – denn die Evolutionstheorie gab es 1014 noch nicht. Wir können einfach zurück gehen, aufrichtig glauben, dass alles in weniger als einer Woche entstanden und zufrieden sein, dass das eigentlich eine vernünftige Erklärung ist,“ erklärte Lombardi weiter.

Auch Atheisten begrüßen die Umstellung, da die ständige Ablehnung der Fortschritte des 21. Jahrhunderts durch die Religionen auf Dauer frustrierend ist. Nun können Aussagen von Gläubigen, die unvereinbar mit modernem Denken sind, ignoriert werden – sie stammen schließlich aus dem 11. Jahrhundert. Der Schritt wird auch weitere wissenschaftliche Fortschritte ermöglichen. Abtreibungsgegner z.B. werden nicht in der Lage sein, gegen Stammzellenforschung zu protestieren, aufgrund der Tatsache, dass es in ihrem Zeitalter verboten ist zu verstehen, was eine Stammzelle eigentlich ist.

Fachleute auf dem Gebiet der menschlichen Anthropologie sagen allerdings voraus, dass es eine schwierige Zeit der Anpassung geben wird, während der die Menschen lernen müssen, eine Holzrechenmaschine mit indisch-arabischen Zahlen zu verwenden. Aber, zumindest werden ihre Überzeugungen aus dem 11. Jahrhundert nicht von so etwas in Frage gestellt, wie der Präsenz eines iPhones oder Golfbällen – die beide lange nach der Geburt ihrer Religionen erfunden wurden und damit eine Bedrohung für die Vorstellung ihres Gottesbildes wären.

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