Pro-AdBlock (WordPress-Plugin)

Aufgrund der nicht enden wollenden Diskussion über den Sinn bzw. Unsinn von Adblockern, habe ich Pro-AdBlock entwickelt: Ein WordPress-Plugin, dass Webseitenbetreiber installieren können, um ihren Lesern, die keinen Adblocker installiert haben, einen Warnhinweis anzuzeigen.

Obwohl ich die Verwendung von Adblockern ausdrücklich unterstütze, habe ich nicht grundsätzlich etwas gegen Werbung oder Werbetreibende. Wenn jemand mit/durch Werbung Geld verdienen will, soll er das machen. Doch leider gefährdet die gegenwärtige Beschaffenheit der Online-Werbung die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer. Zwei Gefahren lauern im Web:

1. Malware

Mit Malvertising (malicious advertising) wird versucht, Schadsoftware über infizierte Werbeanzeigen an die Computer von Webseitenbesuchern auszuliefern. Dies kann nicht nur auf dubiosen Webseiten geschehen, wie Viele glauben. Die hauptsächliche Verteilungsquelle sind News- und Entertainment-Webseiten. Kriminelle versuchen Werbeagenturen zu infiltrieren, um mit den herkömmlichen Werbebannern schädliche Skripte zu versenden.

Thorsten Schröder vom CCC schreibt dazu:

Ein Ad-Network, welches üblicherweise als Dienstleister für Onlineportale genutzt wird, bringt eine Gefahr mit sich: Schadsoftware. Sie gefährdet willkürlich arglose Nutzer, die eine beliebige Webseite besuchen – und dabei spielt es keine Rolle, ob es eine wohlbekannte, legitime News-Website ist oder ein Webserver zum Tauschen von Pornobildern: Beide werden im Zweifelsfall vom gleichen Ad-network mit Werbung und Schadsoftware beliefert. Das betrifft uns alle, auch wenn es im Moment so aussieht, als würde sich nur eine Randgruppe um die Problematik kümmern.

Alleine im letzten Quartal 2014 wurden User 3 Mio. mal am Tag auf Malware-Werbung gelockt. Und der Trend steigt immer noch weiter an.

2. Tracking

Nahezu jeder Seitenaufruf wird von Werbeanbietern gespeichert. Das Surfverhalten des Nutzers wird ausspioniert um aus diesen Informationen dann dem Nutzer auf ihn persönlich zugeschnittene Werbung zu zeigen:

Die Aufzeichnung und Auswertung des Nutzerverhaltens im Internet ist auf vielen Webseiten gängige Praxis. Nutzer wissen oftmals nicht, dass überhaupt Trackingdienste eingesetzt werden. Auch die Möglichkeiten der Auswertung werden allgemein unterschätzt.

Oftmals werden die so gewonnenen Daten lukrativ an Dritte weiterverkauft.

Wobei in Punkt 2 das womöglich größere Problem zu sehen ist. Das Risiko, dass der eigene Computer mit Schadsoftware infiziert wird, ist „vergleichsweise gering“, wohingegen Tracking praktisch immer stattfindet.

Pro-AdBlock Screenshot
Pro-AdBlock Screenshot

Ein Adblocker schützt während des Internetsurfens. Um Internetnutzer auf potenzielle Gefahren durch Online-Werbung aufmerksam zu machen, wurde Pro-AdBlock erfunden. Es entstand aus einer Anfrage des Bloggers daMax und der anschließenden Diskussion. Also machte ich mich an die Arbeit und nun steht es im WordPress-Pluginverzeichnis sowie auf GitHub zum Download bereit. Pro-AdBlock hat Optionen für frei wählbaren Text und frei definierbare Farben. Außerdem unterstützt es Mehrsprachigkeit.

Herzlichen Dank an daMax für die Anregungen. So, und jetzt viel Spaß mit dem Plugin, Leute.

Nachtrag: LUCiDdev hat eine Joomla-Variante von Pro-AdBlock erstellt.

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5 Gedanken zu “Pro-AdBlock (WordPress-Plugin)

  1. Hallo Sergej. Hallo daMax 🙂

    Danke für die Erwähnung. Und danke für diesen Artikel hier. Der ist um einiges besser als meiner, wenn es um die Erklärung geht, warum so etwas denn nun existiert.
    Ich muss zugeben, dass ich die aktuelle Diskussion nur am Rande verfolgte, da für mich diese Entwicklung zwangsläufig war und ich Werbung schon lange nicht sehr mag. Deshalb gefällt mir auch daMax’s Text mit dem Gehirn so gut und finde das witzig 😀 Das aber nur am Rande.

    Ich hoffe Du hast nichts dagegen, wenn ich mir Deinen Artikel und auch den Eintrag beim WordPress-Verzeichnis zur Inspiration nehme, um meinen Artikel noch zu ergänzen und für später auch eine gute Englische Vorlage für den Eintrag im JED.

    Greetz

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  2. Schade, das Plugin scheint mit der aktuellen WP-Version nicht mehr zu tun. 😦

    Oder schon länger nicht mehr, ist ja auch zwei Jahre alt. Betreust Du es noch oder kennst Du eine empfehlenswerte Alternative?

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    • Schade, dass es nicht mehr Anklang gefunden hat. Da ist neben Zeit auch noch Idealismus gefragt. Ich hatte es bisher zugegebenermaßen auch noch nicht installiert, weil die Mehrheit meiner paar Besucher ohnehin von Max kommt, der sie mir ja mustergültig vorfiltert. 😉

      Aber die aktuelle Geschichte hat vielleicht das Potential, doch noch ein paar Leute zu erreichen, die mit der Preisgabe ihrer Surfhistorie und sie über Seiten hinweg verfolgende Werbung noch kein Problem haben. Warum auch immer.

      Ich werde auf jeden Fall versuchen, das in meinem weniger technikaffinen Umfeld zu nutzen und würde mich über ein Update freuen.

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