„Privatsphäre“-App der Woche

Diese Woche findet in San Francisco die „RSA Conference“ für IT-Sicherheit statt.

Millionen von Anwendungen enthalten SDKs von Drittanbietern, die private Daten offen legen, die leicht abgefangen und modifiziert werden können – was zu Malware-Infektionen, Erpressungen und anderen hochwirksamen Angriffsvektoren auf den Geräten führt,“ sagte Roman Unuchek, Mitarbeiter von Kaspersky Lab, während der Eröffnung.

Aber ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus – Zur Konferenz gibt es (natürlich) auch eine App:

Installiere die App und gib ihr Zugriff auf alles sie gibt sich Zugriff auf alles:

Eine internationale Leitmesse, die sich Cybersecurity auf ihre Fahne geschrieben hat, geht die Privatsphäre ihrer Besucher am Arsch vorbei. Fast zum Lachen, wenn’s nicht so traurig wäre. :facepalm:

Advertisements

Elon Musk möchte, dass du dir diesen Film über die Gefahren von KI ansiehst

Science-Fiction hat lange den Aufstieg der maschinellen Intelligenz vorausgesehen. Heute hat eine neue Generation selbstlernender Computer begonnen, jeden Aspekt unseres Lebens neu zu gestalten. In einem Tsunami aus Apps, persönlichen Assistenten, intelligenten Geräten und gezielter Werbung werden unverständliche Datenmengen erzeugt, interpretiert und an uns zurückgegeben. Praktisch jede Branche der Erde erlebt diesen Wandel von der Arbeitsautomatisierung über die medizinische Diagnostik bis hin zu militärischen Operationen. Do You Trust This Computer? erkundet die Versprechen und Gefahren unserer neuen Ära. Wird Künstliche Intelligenz ein Zeitalter beispiellosen Potentials einläuten oder sich als unsere letzte Erfindung erweisen?

Die ganze Dokumentation ist noch bis Sonntag auf Vimeo abrufbar.

via SYFY

Internetausdrucker der Woche

Als ein Transparency-Aktivist Kopien der SMS-Nachrichten des (Ex-)Bürgermeisters von Seattle nach dem FOIA-Informationsfreiheitsgesetz anforderte, hätte er wohl nicht erwartet, dass dessen Mitarbeiter, anstatt Screenshots anzufertigen, buchstäblich ein Smartphone auf einen Fotokopierer legen.

Bild: Phil Mocek

Was war da los? Hat das Smartphone nicht in das Faxgerät gepasst? 😀

via EFF

Fragen, die sich mir stellen

Warum?

Trotz einer Milliardenförderung kommt der Breitbandausbau in Deutschland nicht voran. Ein Grund: Von den 1,56 Milliarden Euro, die für den Ausbau bereitstanden, wurden zwischen 2015 und 2017 gerade einmal 27,7 Millionen Euro ausgegeben. Das sind nur 1,8 Prozent des Geldes, das für ein schnelleres Internet eigentlich zu Verfügung stand.

Selbst am Arsch der Welt gibt’s schnelleres Internet als in Deutschland.

Wenn man den Bock zum Gärtner macht

Oder Dorothee Bär zur Digitalisierungsministerin. Bär stellt ihre Ahnungslosigkeit (mal wieder) in einem peinlichen Interview beim ZDF Heute-Journal unter Beweis.

Marietta Slomka: Schnelleres Internet.

Dorothee Bär (CSU): Flugtaxis.

Armes Deutschland, armes Deutschland. Das wird nie etwas mit dem Breitbandausbau. :facepalm:

Die kleine Dorothee möchte aus dem Neuland abgeholt werden

Dorothee Bär (CSU) hat schon von Flaschen und Scheiben gehört, aber noch nie von Fasern aus Glas.

Wichtiger Hinweis (Spoiler-Alarm): Bevor jemand hier klickt, bitte, bitte alle Getränke aus dem Mund entfernen!

Dorothee Bär (CSU): Niemand will Internetanschlüsse über 100 Mbit/s

Dorothee Bär, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsministerium, sprach mit Golem.de über die Zukunft des Netzausbaus in Deutschland. Als besonders wichtig sehe sie den schnellen Anschluss von Schulen, Krankenhäusern und Gewerbegebieten. „Wenn die Schülerinnen und Schüler erst einmal Erfahrungen mit dem Gigabitnetz gesammelt haben, bin ich guter Hoffnung, dass Privathaushalte sich auch für die schnellen Anschlüsse entscheiden,“ sagt sie.

Der letzte Satz ihrer Erklärung lässt uns mit offenem Mund zurück: „Im Moment haben wir ja das Problem, dass die Telekommunikationsunternehmen auch ihre 100 oder 200 MBit/s-Anschlüsse nicht loswerden.“ Bitte, was?

Quelle: Postillon Giga

Und bitte, kann mich jemand aus diesem Irrenhaus abholen?

Whopper-Neutralität

Die Fastfoot-Kette Burger King erklärt ihren Kunden die Netzneutralität, indem sie einige in dem Glauben lässt, dass sie höhere Preise für eine schnellere Lieferung ihrer Burger zahlen müssen.

Ein eigentlich blöder Vergleich, aber anschaulich erklärt und leider wahr.

Passwort der Woche

Mir fällt vor Lachen gerade kein Text ein:

Der ganze Github-Thread

Die schnellste Werbung gibt es nur mit Firefox Quantum

Seit Mozilla seinen Firefox Quantum-Browser herausgebracht hat, hört man immer wieder, wie unheimlich schnell dieser Browser doch sei. (Es gibt seltsamerweise auch Stimmen, die sagen, Quantum wäre total lahmarschig) Das hat mich nachdenklich gemacht, da eigene Versuche die Aussagen so gar nicht bestätigten. Ich konnte keine Geschwindigkeitsunterschiede zu früheren Versionen feststellen – natürlich von einem rein subjektiven Standpunkt aus. Bis ich einen Artikel bei PCGH las, der das Ganze etwas aufhellt. Dort heißt es:

In Firefox Quantum […] wurde unter anderem ein neuer Trick implementiert, mit dessen Hilfe einige Webseite plötzlich spürbar schneller laden. Das „Tailing“ genannte Feature macht beim Aufrufen Skripte von externen Tracking-Webseiten ausfindig (etwa google-analytics.com) und stellt deren Aufruf um bis zu sechs Sekunden zurück. Es werden somit priorisiert die Inhalte der eigentlichen Webseite geladen und erst nach sechs Sekunden Werbeskripte.

Und da wurde ich erleuchtet. Konnte es sein, dass Firefox genauso schnell bzw. langsam lief wie bisher, weil …ich einen Adblocker installiert habe, der diese ganzen Tracking-Skripte sowieso nicht lädt? Das ist also das große Geheimnis der Schnelligkeit? Der PCGH-Text erklärt auch, warum manche Webseiten langsamer laden. Das „Tailing“ funktioniert (noch?) nicht mit allen Skripten, was das Laden einer Webseite ins unendliche verzögern kann.

Und damit kommen wir zum eigentlichen Sinn des Mozilla-Manövers: Webseiten mit viel Werbung schneller zu laden. Die angebliche „Schnelligkeit“ des Browsers ist nur eine Pseudo-Schnelligkeit, die durch eine trickreiche Programmierung vorgetäuscht wird. „Normale“ Webseiten (ohne Werbung) profitieren in keiner Weise von diesem Feature. Einen Vorteil hat nicht der Nutzer, sondern allein die Werbeindustrie – dank der freundlichen Kooperation von Mozilla.

Es bleibt mir hier nur noch übrig, jedem abzuraten den Firefox-Browser weiterhin zu benutzen.

Das Ende der Realität wie wir sie kennen

Vertraue nicht mehr darauf, was du mit deinen eigenen Augen siehst.

Jeder, der sich Sorgen über die Fähigkeit Künstlicher Intelligenz macht, die Realität nachzuahmen, wird wahrscheinlich an Nvidias neuester Entwicklung interessiert sein: eine KI, die in der Lage ist, perfekt-realistische Fake-Videos zu generieren. Diese KI verwendet einen Algorithmus, der als Generative Adversarial Network (GAN) bezeichnet wird. Ein GAN kann sich „vorstellen“, wie z.B. eine schneebedeckte Version einer Straße aussehen würde, ohne sie jemals wirklich zu sehen oder wie Tag- und Nacht-Versionen der Straße aussehen.

Eine weitverbreitete Anwendung würde unsere Fähigkeit, darauf zu vertrauen, was unsere Augen uns sagen, stark vermindern. Video-Beweise könnten vor Gericht unzulässig und Fake-News noch häufiger werden, da echte Videos von denen, die von der KI generiert werden, nicht mehr unterscheidbar sind.

Im Moment sind die Kapazitäten der KI noch begrenzt, aber in Zukunft sollte man immer alles anzweifeln, was man online sieht.