Leicht zu verwechselnde Köpfe im Sand

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Das eine Lebewesen steckt seinen Kopf in den Sand um die Augen vor unangenehmen Realitäten zu verschließen, in der Hoffnung, dass sie auf magische Weise verschwinden. Das andere Lebewesen ist ein Vogel Strauß, dem man solches Verhalten fälschlicherweise nachsagt.

Anmerkung: Bildlich gesehen, steckt natürlich nur ein Kopf im Sand.

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Leicht zu verwechselnde Brüder II

Homo Sapiens (mehr als 6000 Jahre alt):
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Homo Sapiens (keine 6000 Jahre alt):
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Potemkinsches Labor

Die Intelligent-Design-Jünger vom Discovery Institute haben ein Video veröffentlicht, dass Ann Gauger zeigt, eine „Forscherin“ am Biologic Institute, in dem sie „autoritativ“ über Phylogenetik und Populationsgenetik spricht und warum dies Darwin widerlegt. Es ist ein Haufen alter Müll, wissenschaftlich klingende Worte mit denen man nur Leichtgläubige überzeugen kann. Eigentlich nicht wert darüber zu berichten.

DI Laborhttp://www.youtube.com/watch?v=7tuZIxDxkxI

Allerdings ist der Hintergrund im Video, der für das Interview ausgewählt wurde interessant. Könnte dies ein Labor in dem viel gepriesenen Biologic Institute sein? Wo das Discovery Institute „echte“ Forschung betreibt? Das Labor, zu dem kein Journalist oder Nicht-ID-Wissenschaftler Zutritt hat?

Nun, wie sich herausgestellt hat, ist der Hintergrund nicht echt. Kommentatoren auf Youtube haben das Labor, in dem Gauger angeblich spricht identifiziert. Es ist eine Fotografie von Shutterstock, einer kommerziellen Foto-Webseite.

YouTube Kommentare

Blue-Screen-Technik – eine hervorragend geeignete Methode, um die Pseudowissenschaft des DI zu präsentieren.

Gefälschtes Labor, gefälschte Wissenschaft.

England: Kein Kreationismus im Unterricht

Ab 2013 sind alle staatlich finanzierten Privatschulen in Großbritannien verpflichtet Evolution als „umfassende und schlüssige wissenschaftliche Theorie“ zu lehren. Jeder Versuch, die kreationistische Sichtweise, dass Gott die Welt erschaffen habe, als Fakt darzustellen führt unweigerlich zur Einstellung der Unterstützung.

England macht’s vor, wann folgt Deutschland?

Quelle: http://www.bbc.co.uk/news/education-20547195

Pat Robertson: Erde ist älter als 6000 Jahre

Der US-Amerikanische Fernsehprediger Pat Robertson hat sich in einem Interview von den Junge-Erde-Kreationisten, die an ein Erdalter von höchstens 6000 Jahren glauben, distanziert.

Er sagte:

Schauen Sie und ich weiß, dass die Menschen versuchen werden mich dafür zu lynchen. Bishop [James] Ussher war nicht vom Herrn inspiriert als er sagte, dass alles nur 6000 Jahre gedauert habe. So einfach ist das nicht. Wir haben die Radiocarbon-Datierung und können in der Zeit zurückgehen und die versammelten Dinosaurier wurden zu ihrer Zeit in Dakota eingefroren. Sie sind da draussen. Es gab also eine Zeit, als diese riesigen Reptilien auf der Erde waren und es war die Zeit vor der Bibel. Versuchen sie nicht diese 6000 Jahre zu decken. Das ist nicht die Bibel.

[…]

Wenn wir die Wissenschaft bekämpfen werden wir unsere Kinder verlieren. Wir müssen ihnen erzählen wie es war.

Das könnte ein Wendepunkt innerhalb der evangelikalen Bewegung werden.

Wie Kreationismus entstand

Evolution ist die Art und Weise wie das Leben auf der Erde funktioniert. Es gibt keinen Zweifel. Es ist ein Naturgesetz, dass Veränderungen mit der Zeit stattfinden. Die Geological Society of America (GSA) hat einen Artikel über Interpretationen der Erdgeschichte herausgebracht, der auch für Nicht-Wissenschaftler lesenswert ist. Der komplette Bericht kann hier nachgelesen werden.

Im Laufe der Geschichte haben Menschen versucht zu verstehen, wie die Welt entstanden ist und wie sie sich im Laufe der Zeit verändert hat. Diese Neugier hat ein umfangreiches Vermächtnis von Wissenschaft und Philosophie produziert und hat Religion und Theologie beeinflusst. In der neuesten Ausgabe von GSA Today, untersucht David Montgomery von der Universität von Washington sowohl die Geschichte der Geologie als auch der biblischen Ansichten über die Entstehung der Erde.

Montgomerys wichtigste Prämisse ist, dass in den letzten paar hundert Jahren, Wissenschaftler und Theologen in einer umfassenden Zusammenarbeit zu Fragen wie Alter und Entstehung der Erde beschäftigt waren. Das gemeinsame Band, das diesen Austausch von Ideen trug war Respekt für Vernunft und Vertrauen in den wissenschaftlichen Prozess.

Der moderne Kreationismus entwickelte sich aus mehreren einflussreichen Bestrebungen, beginnend in den 1920er Jahren. Diese Bewegung versucht, eine globale (Noahs) Flut als Erklärung für geologische Aufzeichnungen, zu erneuern, vor allem in dem Bemühen, wissenschaftliche Schlussfolgerungen in Bezug auf die biologische Evolution des Lebens auf der Erde zu hinterfragen.

Die Kreationisten des 20. Jahrhunderts – und jene von heute – entstanden, um die wissenschaftliche Grundlage für das Verständnis der Geschichte unseres Planeten abzulehnen. Sie stützen sich stattdessen auf eine wörtliche Auslegung der biblischen Aussagen zur Schöpfung.

40% der US-Amerikaner glauben, die Erde ist weniger als 10.000 Jahre alt, trotz überwältigender wissenschaftlicher Beweise für das Gegenteil. Die USA sind das einzige moderne Land mit einer so geringen Akzeptanz der Evolution – mit einer Ausnahme: Die Türkei ist ebenfalls stark von einer religiösen Agenda beeinflusst.

Tweet der Woche in der Kategorie Kreationismus und Idiotie

Twitter-User LoveGod50 hat den ultimativen Beweis für ein Erdalter von 6000 Jahren gefunden:

Link: http://twitter.com/#!/LoveGod50/status/151441793358110720

Oh nein, wir haben das ganze Wasser ausgetrunken. Aber jetzt mal ersthaft; selbst Kreationisten sollten wissen das Menschen ab und zu „pieseln“.

Misslungene Satire: 180 Movie

In seinem neuesten Film zieht Ray Comfort die Linie vom Holocaust zu Abtreibungen. Für diejenigen die mit Ray Comforts Methoden vertraut sind, wird es keine grosse Überraschung sein, das sein „Award Winning“-Film ein übles Propaganda-Machwerk ist.

Der 33 Minuten lange Film nennt sich „180“ und Comfort verspricht er werde „das Weltbild des Zuschauers umkrempeln“, und dass wir sehen werden, „was ihre Meinung geändert hat, in Sekunden.“ Wessen Meinung und was es war, dass deren Meinung änderte fehlt merkwürdigerweise – sowohl auf der Film-Homepage wie der YouTube-Seite. Aber das ist kein Zufall, es ist alles Teil des Ablenkungsmanövers und manipulativen Plans den Betrachter dahin zu lenken, wo Comfort in haben will.

„180“ hat auch meine Meinung geändert. Hielt ich Ray Comfort bisher für einen Idioten – jetzt ist er für mich ein Vollidiot. In Sekunden.

Hier gehts zur Homepage des Films: http://180movie.com/

Dominionismus: Die christlichen Imperialisten

Während der 2000-jährigen Geschichte des Christentums gab es immer einen bisweilen starken Hang das „Reich Gottes auf Erden“ zu errichten, eingebettet in den Glaubenslehren. Diese Bewegung wogte für zwanzig Jahrhunderte in unregelmässigen Schüben auf und ab, manchmal versteckt, manchmal offen. Immer wenn sie sich im Aufschwung befand, kam es zu schrecklichen Gräueltaten im Namen Christi.

Im frühen 21. Jahrhundert ist es wieder einmal soweit.

Michele Bachmann und Rick Perry sind nicht nur fromm – beide haben eine tiefe Bindung zu dieser fundamentalistischen Bewegung bekannt als Dominionismus (auch Dominion Theology od. Christian Reconstructionism). Diejenigen, die Dominionismus vertreten glauben, dass es die Pflicht aller Christen ist, ein weltweites „Reich Gottes“ zu schaffen – gestrickt nach den mosaischen Gesetzen. Sie glauben, dass Christus nicht eher zur Erde zurückkehren wird, bis ein solches Reich Realität ist (Kingdom Now). Deshalb sind alle (sieben) Bereiche der Gesellschaft christlichem Denken, christlicher Kultur und christlicher Politik zu unterwerfen. In seiner extremen Ausprägung steht die Etablierung einer Theokratie, also eines Gottesstaates mit biblischem Christentum als Richtschnur. Die sieben Bereiche, auch „7 Mountains“ oder „7 Spheres“ genannt sind: 1) Politik, 2) Wirtschaft, 3) Medien, 4) Kunst und Unterhaltung, 5) Bildung, 6) Familie und 7) Religion.

Prayer Day, 6. August in Houston, Texas (Bild: David J. Phillip / AP)
Prayer Day, 6. August in Houston, Texas (Bild: David J. Phillip / AP)

In vielerlei Hinsicht ist Dominionismus mehr ein politisches Phänomen als ein theologisches. Dominion Theology bezieht sich auf eine Reihe von theologischen Interpretationen und Überlegungen im Hinblick auf die Rolle der Kirche in der heutigen Gesellschaft. Christian Reconstructionism wurde in den 1960er Jahren von einem reformierten Theologen namens R. J. Rushdoony gegründet. Christian Reconstructionism argumentiert, dass die Gesellschaft durch das Gesetz Gottes, wie in den Evangelien und dem Missionsbefehl gepredigt, rekonstruiert werden muss und befürwortet offen den Austausch amerikanischen Rechts mit den, auch heute noch verbindlichen (Theonomie), Strikturen des Alten Testaments.

Diese Denkweise zieht sich durch alle christlichen Konfessionen, von der strenggläubigen Sekte über die pfingstlich-charismatische Bewegung bis zu den modernen Megakirchen, vergleichbar mit dem politischen Islamismus, welcher den Aktivismus einer Reihe von antagonistischen fundamentalistischen Bewegungen, von sunnitischen Wahhabiten bis zu den schiitischen Fundamentalisten im Iran, formt.

Das Hauptziel von Dominion Theology und Christian Reconstructionism ist die politische und religiöse Herrschaft der Welt durch die Umsetzung der moralischen Gesetze des Alten Testaments und die anschließende Bestrafung (die Opfer-und zeremoniellen Gesetze sind im Neuen Testament erfüllt) – inclusive Todesstrafe für Homosexualität, Abtreibung und sogar Apostasie. Dies ist nicht eine Regierung die von der Kirche gelenkt wird, sondern eine Regierung die mit dem Gesetz Gottes konform geht.

Obwohl die Begriffe etwas verschieden klingen, haben sie alle gemeinsam, dass ihre Anhänger oft diese Begriffe synonym benutzen.

Weiterlesen „Dominionismus: Die christlichen Imperialisten“

Humbug der Woche

Wissenschaftliche Thesen zur Erklärung der Schöpfung werden systematisch unterdrückt

Sobald wissenschaftliche Forschungen den dogmatisch abgegrenzten Bereich des Materialismus jedoch verlassen, werden sie umgehend als „unwissenschaftlich“ ausgegrenzt, auch wenn sie sich rein wissenschaftlicher Methoden bedienen. In diesen Bereich fällt das Konzept von „Intelligent Design“

[…]

Die Artenvielfalt, die auf der Erde existiert, betrachtend, müsste es unzählige Millionen solcher „Übergangsarten“ gegeben haben. Wie viele von diesen wurden bis jetzt in fossiler Form entdeckt? Nicht eine einzige.

Kurz dazu: Es gibt keine „Wissenschaftlichen Thesen zur Erklärung der Schöpfung“. Nur weil Intelligent Design sich einen „wissenschaftlichen“ Anstrich gibt macht es das noch lange nicht wissenschaftlich. Dazu müsste ID falsifizierbar sein, aber das ist es nun mal nicht.

Grundlage seriösen wissenschaftlichen arbeitens ist, das man Fakten/Beweise/Erkenntnisse sammelt und daraus eine Theorie bildet. Beim Kreationismus/ID ist das in keinster Weise gegeben. Hier hat man eine Theorie (die Wortwörtlichkeit der Bibel) und versucht nun die „Beweise“ zurecht zu biegen, frei nach dem altbewährten Motto „was nicht passt wird passend gemacht“. Andere wissenschaftliche Erkenntnisse, die mit kreationistischer (Kurzzeit-)Weltgeschichte inkompatibel sind, wie Kosmologie, Geologie, Geophysik, Evolutionsbiologie, Paläontologie, Archäologie werden einfach ignoriert.

Darwins Evolutionstheorie ist nicht lückenlos. Das bedeutet aber nicht das sie als Ganzes falsch ist. Und niemand behauptet, empirische Wissenschaft könne voraussetzungsfrei betrieben werden. Sie ist auch nicht irrtumsfrei – wenn das so wäre, gäbe es nichts mehr zu erforschen.