Buchtipp: Ein deutsches Mädchen

Heidi Benneckenstein ist in einer Neonazi-Familie aufgewachsen. In ihrem Buch berichtet sie, wie ihr trotzdem der Ausstieg aus der Szene gelang.

„Bis ich 18 war, kannte ich nur Nazis“, schreibt Benneckenstein. „Ich wurde von ihnen erzogen und aufs Leben vorbereitet. Ich wurde von ihnen geschlagen und drangsaliert, gelobt und belohnt.“ Ihr karges Kinderzimmer kommt ihr damals vor wie eine Gefängniszelle, ihre Kindheit ist bestimmt von Verboten. Sie muss Dirndl tragen, Jeans und T-Shirt sind genauso tabu wie Coca-Cola, McDonalds und alles vermeintlich Amerikanische. „Eigentlich war ich alles, nur nicht glücklich. Nie fühlte ich mich geborgen oder aufgehoben.“ Sie lebt in einer Welt, in der es nicht „Handy“ sondern „Handtelefon“ heißt, in der Knoblauch als „orientalisches Gewürz“ verboten ist, in der Juden verachtet werden und in der der Holocaust als „Lüge“ gilt.

Quelle: Berliner Zeitung

Kein Kind sollte jemals so etwas durchmachen müssen. Nie wieder sollte so etwas salonfähig werden.

Ein deutsches Mädchen: Mein Leben in einer Neonazi-Familie bei Amazon

Advertisements

Dangerous People – Agnes Török

Die gefährlichsten Menschen behaupten immer, dass sie uns schützen wollen – vor gefährlichen Menschen.

Agnes Török ist eine preisgekrönte „Spoken Word“-Poetin.

Heute vor 10 Jahren starb Stanislaw Lem

Unsterblich dagegen bleiben seine „Robotermärchen“. Hier das Kapitel „Uranohren“:

Daniel Beaty – Knock, Knock

Hier kommt kein simpler Klopf, klopf… wer ist da?-Witz, sondern Daniel Beaty. Wow, einfach nur Wow.

Das Jahr des Affen

Es ist gerade erst Februar, aber hier haben wir bereits den Design-Fail des Jahres:

year-of-the-monkey-2016

Nach dem chinesischen Kalender ist vom 8. Februar 2016 bis zum 17.Januar 2017 das Jahr des Affen.

The last Tweet

R.I.P Terry 😦

Wie die CIA „Doktor Schiwago“ den Nobelpreis verlieh

Bevor Doktor Schiwago zum gefeierten Film wurde, war er eine Novelle – gedruckt vom US-Geheimdienst CIA. Die Beschaffung, Veröffentlichung und Verteilung verbotener Bücher war eine wichtige Kalter-Krieg-Erfolgsgeschichte für die CIA.

Die CIA hat Anfang April auf ihrer Webseite fast 100 freigegebene Geheimdokumente veröffentlicht, die die Rolle des Geheimdienstes bei der Verbreitung der ersten russischsprachigen Ausgabe von Doktor Schiwago offenlegt, nachdem das Buch in der Sowjetunion verboten wurde. Die Veröffentlichung des legendären Romans von Boris Pasternak 1958 auf Russisch gab den Menschen in der Sowjetunion und Osteuropa die Möglichkeit, das Buch zum ersten Mal zu lesen. Die freigegebenen Memos, Briefe und Depeschen zeigen die Hintergründe für das Schiwago-Projekt und die Schwierigkeiten der Bemühungen, das Buch in die Hände derer, die hinter dem Eisernen Vorhang lebten, zu legen.

In einem Vermerk vom 24. April 1958 schreibt ein hochrangiger CIA-Beamter: „We have the opportunity to make Soviet citizens wonder what is wrong with their government when a fine literary work by the man acknowledged to be the greatest living Russian writer is not even available in his own country [and] in his own language for his people to read.“

Im Geheimen wurde die russischsprachige Ausgabe in den Niederlanden gedruckt, um sicherzustellen, dass Kopien von Doktor Schiwago zur Verteilung an sowjetische Besucher der Brüsseler Weltausstellung 1958 zur Verfügung standen. Bis zum Ende der Messe wurden 355 Kopien heimlich ausgehändigt und Tausende weitere wurden letzten Endes im ganzen kommunistischen Block verteilt.

So geschah es, dass der Nobelpreis für Literatur 1958 an Pasternak ging. Die Popularität seines Romans stieg sprunghaft und die Misere des großen russischen Autors in der Sowjetunion erhielt die weltweite Aufmerksamkeit der Medien. In der Folge finanzierte die CIA die Veröffentlichung einer leichten Taschenbuchausgabe, die einfach per Post verschickt oder in der Jackentasche versteckt werden konnte.

Pasternak verdankte dem Kalten Krieg die schnelle Publikation seines Bürgerkriegsepos, den Nobelpreis und weltweiten Ruhm. Dafür wurde er in der sowjetischen Presse zerrissen, aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und war gezwungen den Preis zurückzugeben.

Vatikanische Bibliothek wird digitalisiert

Die Vatikanische Bibliothek hat, gemeinsam mit der japanischen Firma NTT Data, begonnen seine antiken Handschriften zu digitalisieren, wie auf einer Pressekonferenz am Mittwoch im Vatikan mitgeteilt wurde. In den nächsten vier Jahren sollen rund 3000 ausgewählte Dokumente der klassischen griechischen und lateinischen Epoche, sowie Werke des Mittelalters und der Renaissance, online verfügbar gemacht werden.

Lateinische Übersetzung von Platos Timaeus, 10. Jh. (Public Domain)
Lateinische Übersetzung von Platos Timaeus, 10. Jh. (Public Domain)

Wie der vatikanische Bibliothekar Jean-Louis Brugues erklärte, sei die Digitalisierung der gesamten rund 82.000 Handschriften, die das präkolumbianische Amerika, die Länder des Fernen Ostens, China und Japan und alle Sprachen und Kulturen, die die Kultur Europas geprägt haben, behandeln, in der Planung. Die Kosten des Projektes von rund € 14,5 Mio. trägt die Firma NTT Data.

Quelle: Vatican News

Leicht zu verwechselnde Brüder

Gebrüder Grimm:
Grimm_Brothers

Grimmige Brüder:
muslim-protest-2

„Geklaut“ bei Andreas Moser.

Buch: The Forgotten Kingdom – The Archaeology and History of Northern Israel

finkelstein-forgotten_kingdom

Obwohl Israel für die meiste Zeit während die Königreiche Israel und Juda nebeneinander existierten, dominant war, ist es im Schatten Judas geblieben – sowohl in der hebräischen Bibel und folglich in der Aufmerksamkeit der modernen Forschung.

Dieses Buch präsentiert die erste umfassende Historie des nördlichen Königreiches und eine Beschreibung der Archäologie des nördlichen Israel von der späten Bronzezeit (ca. 1350 v. Chr.) bis zum Sturz des Reiches 720 v. Chr. und darüber hinaus. Es erzählt die Geschichte des nördlichen Königreiches in erster Linie während seiner Entwicklungsphasen. Die Erzählung stützt sich auf die Archäologie und bedient sich der aktuellsten Feldforschung, mit dem Zusatz, was von altorientalischen und biblischen Texten bekannt ist. Finkelsteins dreißig Jahre Feldforschung im Nordreich haben den Weg für ein neues Verständnis der Geschichte und der Archäologie des alten Israel geebnet.

Israel Finkelstein ist Direktor des Archäologischen Instituts der Universität von Tel Aviv. Er ist Autor von Büchern über die Entmystifizierung der biblischen Frühgeschichte, wie Keine Posaunen vor Jericho.

The Forgotten Kingdom: The Archaeology and History of Northern Israel ist als kostenloser Download im PDF-Format bei SBL verfügbar. Eine gebundene Ausgabe kann über Amazon bestellt werden.