Frau des Jahres

Anna Muzychuk, Weltmeisterin im Schnell- und Blitzschach, die aus Protest gegen die Unterdrückung der Frau in Saudi-Arabien nicht am King Salman World Rapid and Blitz Chess Championship teilnimmt, das vom 26. – 31. Dezember in Riad stattfindet und deshalb ihre beiden Titel verlieren wird.

Für weibliche Spielerinnen, die sich außerhalb des Turniergeländes aufhalten möchten, ist es vorgeschrieben, die tradidionelle saudische Vollverschleierung zu tragen. Dagegen wehrt sich Muzychuk:

Es gehört schon einiges an Charakterstärke dazu, auf Titel und Preisgeld zu verzichten. Saudi-Arabien lässt sich die Veranstaltung einiges kosten: Die Gesamtsumme der Preisgelder liegt mit 2 Mio. US-Dollar um ein vielfaches höher als bei vergleichbaren Meisterschaften.

Das Zustandekommen des Vertrages zwischen dem Weltschachverband FIDE und Saudi-Arabien und erst recht die Tatsache, dass dieses Land überhaupt ein Schachweltturnier veranstaltet, ist bedenklich. Mancher würde es wahrscheinlich Korruption nennen.

Und das „Sahnehäubchen“ oben drauf ist dann noch, dass Spieler aus Israel keine Einreisevisa erhalten haben:

Und FIDE steckt den Kopf in den Sand. (Bzw. in den vergoldeten Hintern von Saudi-Arabien)

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Arnold Schwarzenegger tells it like it is

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kerle mit Eiern inne Buxe

Und jetzt zum Spocht: Der FC Remscheid hat auf einer Pressekonferenz seinen neuen Trainer Thorsten Legat vorgestellt. Eine Pressekonferenz die Geschichte schreibt/schreiben wird. Wie der Vereinspräsident sagt: „Ich bin ja bekloppt, aber ich brauche noch einen Bekloppten hier.“ Ab jetzt wird hart durchgegriffen um „Reehmscheid“ vor dem drohenden Abstieg zu retten – bis der Rasen brennt. „Wenn die Leute meinen, sie müssen aufhören, nur weil sie den Finger gebrochen haben am Finger …Fußball spielen kann jeder.“ Alles Weicheier. 🙂

Wer es eilig hat, kann bis Minute 11:00 vorspulen.

Oops, i don’t speak German

Ein englischer Journalist sollte für die Zeitung The Telegraph den Live-Ticker zu einer Pressekonferenz von Borussia Dortmunds scheidendem Trainer Jürgen Klopp schreiben. Bis zu dem Zeitpunkt, als er merkte, dass er kein Wort versteht, weil Deutsch gesprochen wird:

Jurgen_Klopp_to_quit_Borussia_Dortmund_-_as_it_happened_-_Telegraph_-_2015-04-16_14.00.13

„Ich würde gerne erklären, was Klopp sagt. Er sagt eine Menge. Aber ich versteh absolut gar nichts. Deswegen an dieser Stelle ein Foto von ihm, wie er Wasser in ein Glas gießt.“

Ein Journalist am Rande der Verzweiflung, aber der Artikel wird in die Geschichte eingehen.

Jurgen_Klopp_to_quit_Borussia_Dortmund_-_as_it_happened_-_Telegraph_-_2015-04-16_14.34.08

via Jurgen Klopp to quit Borussia Dortmund on July 1 – as it happened – The Telegraph

Umweltzerstörung der Woche

Der Sportwettenanbieter Paddy Power hatte im Zuge der WM 2014 eine Gruß-Botschaft an die englische Nationalmannschaft getwittert, für die scheinbar der Spruch „C’mon England -PP“ in den südamerikanischen Regenwald geholzt wurde:

pp_rainforest_1

Der Shitstorm, der darauf hin losbrach, war derb und lästerlich. Sogar der Schauspieler Dominic Monaghan (Herr der Ringe) mischte sich ein und bezeichnete Paddy Power als „dumme hirnlose Wichser.“

Nur, offensichtlich war die Aktion ein Werbegag. Die Erwiderung von Paddy Power war ein Schlag ins Gesicht für alle, die ständig auf der Jagd nach Dingen durch die man sich demonstrativ empört zeigen kann sind (Sorry, das hatte ich schon mal geschrieben), ohne sich um einen Faktencheck zu kümmern.

Paddy Power twitterte ein zweites Bild, das die gleiche Stelle im Regenwald zeigt – diesmal mit einer neuen Botschaft:

pp_rainforest_2

Entwarnung, liebe Berufsempörte. Alles nur ein Fake. Paddy Power hat eine ausführliche Erläuterung der technischen Zauberei auf seinem Blog veröffentlicht.

PS: Nicht mit Photoshop erstellt, wie manche vermuten, sondern mit MODO.

via daMax

Die FIFA – eine ehrenwerte Gesellschaft

Philosoph Gunter Gebauer im Deutschlandradio Kultur über die FIFA und die WM in Katar:

Also, die FIFA hat eine ehrenvolle Tradition einer mafiösen Vereinigung. Das darf man, glaube ich, sagen. Das sagen auch sehr ehrenwerte Zeitungen aus der Schweiz, in der die FIFA in Zürich beheimatet ist. Die Schweizer sind sehr unglücklich darüber, dass sie diese Verbände, dazu gehört noch das IOC, auf dem eigenen Boden beheimaten. Sie leben auch in der Schweiz steuerfrei und sie sind auch keinen Steuerprüfungen unterworfen, wie normalerweise uneigennützige Verbände. Sie residieren auch dort und erfreuen sich bester Beziehungen in die höchsten Kreise.

Fifa. Mafia. Klingt doch sehr ähnlich. Zufall?

Tor des Monats

Neulich, beim WM-Testspiel Nigeria – Schottland: Upps, da ist dem nigerianischen Torwart doch glatt der Ball durch die Finger gerutscht. Und niemand soll sagen, da war Manipulation im Spiel. „Das sind alles Fußballspieler, keine Zocker,“ sagt der Trainer der nigerianischen Mannschaft. Der muss es ja schließlich wissen.

Krieg, Doping, Verstrahlung: Wohin mit der Olympiade 2020?

Istanbul, Tokio und Madrid konkurrieren um das Recht die Olympischen Spiele 2020 abzuhalten. Das Lobbying ist auf dem Höhepunkt, da die Entscheidung am Samstag erwartet wird.

Madrid lag zuerst zurück, weil die spanische Wirtschaft nicht in der besten Form war/ist. Da Tokio bereits die Sommerspiele 1964 veranstaltete und zwei Winterspiele in Japan stattfanden, öffnete dies Istanbul die Möglichkeit der Ehre zum ersten Mal überhaupt. Dies ist Istanbuls 5. Versuch. Aber die immer noch anhaltenden Ängste vor Strahlung in Fukushima und der Verstrickung der Türkei in Krieg – auch wenn die Spiele 7 Jahre entfernt sind – scheinen Madrid wieder in den Vordergrund zu bringen. Dies ist der 3. Versuch Madrids. Die letzten Sommerspiele in Spanien fanden 1992 in Barcelona statt.

Tokyo hat immer noch die besten Chancen die erforderliche Finanzierung aufzubringen. Sowohl Istanbul als auch Madrid geben Anlass zur Sorge. Die größte Zahl an neuen Sportanlagen würden für die Istanbul-Spiele benötigt werden.

Aber die jüngsten Unruhen in der Türkei und die Möglichkeit eines Krieges in der Region sind besorgniserregend. Istanbul hat auch damit zu kämpfen, die Ansichten über grassierendes Doping in der türkischen Leichtathletik zu zerstreuen.

Die Gerüchte lauten nun, dass Madrid gewinnen wird.

Lobbying ist schwer und ein großes Bündel an japanischem Geld wedelt vor dem IOC. Es wird gesagt, dass der japanische Ministerpräsident die Spiele eröffenen könnte, aber es wird wohl schwierig sein, das G20-Treffen in St. Petersburg zu verlassen.

Wir werden es bald wissen.

Update 7. Sept. 2013:
Tokio hat den Zuschlag bekommen.