Was hatten wir schon lange nicht mehr?

Na, wer weiß es? Richtig, Plagiatsvorwürfe.

Diesmal hat es jemanden getroffen, der sich selbst „Der Poet“ nennt. Der hat auf Facebook und Instagram mehr als 100.000 Fans und verbreitet dort Sprüche mit Lebensweisheiten. Außerdem hat er zwei Bücher mit diesen gesammelten Sprüchen veöffentlicht. Kürzlich fiel einigen Twitter-Usern auf, dass „Der Poet“ ihre Tweets kopiert hatte und als seine eigenen Gedanken ausgab. (Er machte sich nicht mal die Mühe evt. vorhandene Rechtschreibfehler zu korrigieren.) Beschwerden und kritische Fragen über seine Vorgehensweise wurden mit Löschung der Kommentare, Blockierung und Drohungen über rechtliche Konsequenzen beantwortet.

Man kann über Tweetklau denken, was man will. Rechtlich gesehen ist es eine Grauzone. Wirklich unschön wird es, wenn sich jemand damit eine goldene Nase verdient. So kam es, dass der Deutschlandfunk das Thema aufgriff. Soweit, so gut erstmal.

Doch dann eskalierte das ganze noch weiter (woran ich nicht ganz unschuldig bin), als heraus kam, dass „Der Poet“ komplette Seiten aus Büchern englischsprachiger Autoren ins Deutsche übersetzt hat, ohne auf den Urheber hinzuweisen. Eine Autorin hat vor, Klage einzureichen.

Oben: Übersetzung von „Der Poet“, Unten: Originaltext von Rania Naim

Mittlerweile ist eine ganze Schar von Usern mit der Quellensuche beschäftigt – und es gibt ständig neue Funde. Tja, dumm gelaufen. Wer heutzutage immer noch glaubt, dass das, was man im Internet treibt, nicht nachverfolgbar wäre, muss besonders dämlich sein.

PS: Jetzt ist der Fall auch schon beim Focus angekommen.

PPS: So, ich konnte einfach nicht widerstehen. Das muss auch noch rein:

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Der Tiger ist los

Ein Landwirt aus Aberdeenshire, Schottland rief ganz aufgeregt die Polizei an, um einen Tiger in seinem Kuhstall zu melden. Schwerbewaffnete Polizisten umstellten daraufhin den Stall – um nach 45 Minuten Belagerungszustand herauszufinden, dass der Tiger nur ein großes Plüschtier war.

Die Bewegungslosigkeit des Tigers und das Fehlen jeglicher Reaktion seitens der Kühe im Stall hätte eigentlich ein riesengroßer Wink mit dem Zaunpfahl sein müssen. 😀

Warum man keine Internet-Umfragen durchführen sollte

Das Internet begeistert mich doch immer wieder aufs Neue. Gut gemacht:

Das Natural Environment Reserach Council aus Großbritannien baut gerade an einem neuen Forschungsschiff und kam auf die wundervolle Idee, die Internet-Community nach Namensvorschlägen zu fragen und diese auch per Stimmabgabe zu ranken.

Naiverweise ist das NERC davon ausgegangen, dass die Befragten die Auswahl des Namens ersthaft angehen würden. So kam es, wie es kommen musste: Der Vorschlag

nerc_poll

erhielt, mit großem Vorsprung, die meisten Stimmen.

Ist das nicht der beste Schiffsname aller Zeiten? Einfach perfekt. 😀

Umfrage der Woche

Das ist doch mal äußerst lobenswert. Die AfD Bremen-Nord möchte 40 Millionen Flüchtlinge aufnehmen. (So viele Haushalte gibt es in Deutschland.)

Screenshot_twitter_afd_umfrage_2016-03-17

Einziges Problem: Woher nehmen wir so viele Flüchtlinge?

PS: Die AfD hat vermutlich ein etwas anderes Ergebnis erwartet, aber so ist das nun mal mit Umfragen im Internet. 🙂