Alles nur eine Kostenfrage

Wer hat sich nicht schon immer gefragt, warum in den USA soviele Menschen von der Polizei erschossen werden?

In einem kürzlich geleakten Video hat der Sheriff von Kern County, Kalifornien, mal „Klartext“ geredet:

„You know what happens when a guy makes a bad shooting on somebody and kills them? Three million bucks and the family goes away after a long back and forth,“ Youngblood said.

He went on to say: „Which way do you think is better financially – to cripple them or kill them – for the county?“ An unidentified man offscreen said „kill them“, to which Youngblood replied: „Absolutely. Because if they’re crippled we get to take care of them for life. And that cost goes way up.“

Erschießen kommt die Polizeibehörde kostengünstiger als „nur“ anschießen. Beerdigungskosten plus eine einmalige Abfindung an die Hinterbliebenen sind billiger als ein Krankenhausaufenthalt und eine lebenslange Rente an das Opfer zu zahlen.

Das ergibt ja auch Sinn. Irgendwie. Jedenfalls in einer durch und durch kapitalismushörigen Welt. Es geht doch immer nur ums Geld. 😦

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Black Hoodie

Am 31.März erscheint „Bloodlust“, das neue Album der US-Band Body Count.

„All these people out here, tripping about police brutality like this shit is something new,“ so beginnt der Song „Black Hoodie“, der den Tod von Trayvon Martin thematisiert.

Ich habe eine gute Nachricht und eine schlechte Nachricht

Zuerst die gute Nachricht: das US-Justizministerium hat (endlich) damit begonnen, die Zahl der Menschen, die durch Polizeigewalt umgekommen sind, statistisch zu zählen.

Die schlechte Nachricht ist, dass die Zahl der Toten nun doppelt so hoch ist, wie bisher angenommen.

Quelle: The Guardian

Bienen sind wichtiger

Die USA sind besser darin, das Bienensterben aufzuklären, als den Tod von Menschen, die im Polizeigewahrsam sterben:

Every year, a certain number of bees die. And every year, a certain number of people die while in police custody. We have a solid figure for one of these death tolls.

At present, it’s not the human body count.

MuckRock

Was soll man da noch sagen? Bienen sind wichtiger für die Nahrungsversorgung.

via Criticl

Klarer Fall von Selbstmord

Sandra Bland war so wütend über ihren neuen Job, dass sie während einer Verkehrskontrolle in Texas einen Polizisten angriff und verhaftet wurde. Daraufhin bekam sie Depressionen und erhängte sich in ihrer Zelle, kurz bevor sie wieder entlassen werden sollte, …sagt die Polizei.

Nachtrag 17:30 Uhr: Oh, jetzt wird es interessant. Die Tote war eine #BlackLivesMatter-Aktivistin.

Die Sonne scheint immer noch in New York City

Letzte Woche hat die New Yorker Polizei (NYPD) die Zahl der Festnahmen und Vorladungen drastisch gesenkt. Das ist das Resultat von Spannungen zwischen dem NYPD und dem New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio nach dem Mord an zwei Polizisten, die zu einer bewussten Verlangsamung des Arbeitstempos der Polizeibeamten führten.

Die Festnahmen gingen um 66% und die Verwarnungen für Verkehrsverstöße gingen sogar um 94% zurück.

Das verrückte an der Sache ist, was daraufhin passierte: Nichts. Der, vom NYPD offensichtlich erwartete, Ausbruch von Chaos und Plünderungen fand nicht statt, wie die Journalistin und politische Aktivistin Allison Kilkenny schreibt:

Vergessen wir mal für einen Augenblick die Gründe der Polizeibeamten; Wenn eine verärgerte New Yorker Polizei Verhaftungen und Verwarnungen soweit reduzieren kann, müsste man nicht darüber nachdenken, ob dieser „Modellversuch“ der Weg zu einer landesweit besseren Polizeipraxis ist?

This is what happens when you call the Cops

Anfang dieser Woche veröffentlichte ein wenig bekannter Rapper mit dem Künstlernamen „Rob Hustle“ einen Song auf YouTube. Der Titel „Call the Cops“ ist eine bedrückende Aufzählung von einigen der bekanntesten Fälle von Gewaltmissbrauch durch die Polizei in den letzten Jahren.

via Monterey County Weekly

Twitter der Woche

Die New Yorker Polizei (NYPD) wollte ihr schlechtes Image aufpolieren und hat Twitter-Benutzer gebeten ein Foto von sich mit einem Polizeibeamten zu tweeten. Die Resonanz auf die Aktion war leider nicht so wie gedacht. Das NYPD hatte mehr Schnappschüsse solcher Art erwartet:

Herausgekommen ist allerdings sowas:

@brotherguss/Twitter
@brotherguss/Twitter

und sowas:

@MoreandAgain/Twitter
@MoreandAgain/Twitter

und hier ein Foto sogar mit 4 Polizisten:

@TORYRVGXR/Twitter
@TORYRVGXR/Twitter

NYPD Deputy Chief Kim Y. Royster versuchte, dem Ganzen einen positiven Anstrich zu geben: „Das NYPD schafft neue Möglichkeiten, um effektiv mit der Bevölkerung zu kommunizieren.“

via New York Times